Bettina Milz: "Wir erfinden die Zukunft" - Das Pina-Bausch-Zentrum kommt

Shownotes

Zu Gast im ELBA-Talk ist Bettina Milz, die die Vorlaufphase des Pina-Bausch-Zentrums in Wuppertal leitet. Im Gespräch mit Michael Brockordt geht es um die Entstehungsgeschichte, die Kosten, die Architektur und die Vision hinter diesem einzigartigen Kulturprojekt - inklusive persönlicher Erinnerungen an Pina Bausch selbst

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00:00:00: Im Elber-Talk heute.

00:00:01: Bettina Mills, sie leitet die Vorlaufphase des Pinerbauschzentrums.

00:00:05: Herzlich willkommen!

00:00:06: Herzlichen Dank für die Einladung.

00:00:08: Bevor

00:00:08: es losgeht in die Live-Sendung, kurz checken.

00:00:10: wie war Ihre Woche?

00:00:13: Die Woche war großartig.

00:00:14: ich war gestern bei Talvlemmern, Nouvelle Vague und ansonsten war der Schreibtisch sehr voll und wir hatten eine ganz tolle Veranstaltung mit Wuppertal aktiv

00:00:24: Thal Flimmern, das Wuppertaler Open Air Kino.

00:00:26: Innenruf der alten Feuerwache.

00:00:28: Baratscheh liegt.

00:00:28: die Leiterin der Feuerwaffe war ja auch schon im Elber-Talk.

00:00:31: könnt ihr euch noch mal anhören?

00:00:32: wo kommen Sie jetzt gerade her?

00:00:34: Ganz banal aus dem Büro!

00:00:35: Klar was lag heute aufm Schreibtisch?

00:00:38: vor allen Dingen die Nachbereitung immer noch von Ubuntu von unserem wunderbaren Summer Lab mit sehr sehr vielen Künstlerinnen und Künstlern mit internationaler Familiengeschichte.

00:00:47: Jetzt starten wir gleich in die Sendung bei Radio Wuppertaal.

00:00:49: Was verbinden sie mit Radio Wupertal?

00:00:52: Vor allem, dass man einfach immer reinhören kann.

00:00:55: Gute spannende Nachrichten über Wuppertal hört, erfährt coole Musik, nette Moderatorinnen und Moderatoren.

00:01:04: Dankeschön!

00:01:05: Und in welchem Gefühl gehen Sie in den Elbertalk jetzt?

00:01:08: Zum einen finde ich dieses Gebäude großartig, wo sie hier sitzen.

00:01:11: Nämlich die alten Elberhallen und das hat ja auch eine besondere Geschichte weil unter anderem Mike Ohlhoff als Künstler das ja vorgespielt hat bevor es naniert wurde mit dem Sommerloch Und ich freue mich einfach auf das Gespräch.

00:01:25: Ich finde es schön, dass Sie so die Kunst hier in der Halle sehen oder in den Räumen.

00:01:29: Ganz früher wurden hier die Aktenordner, die Elber-Aktenordner hergestellt in der alten Elberfabrik.

00:01:34: Deswegen heißt unsere Sendung Elbertalk das ist das ausführliche Interview bei Radio Wuppertal jeden Freitag um fünfzehn Uhr live aus unserem Studio in der Alten Elber Fabrik in Wuppertaal Elberfeld und hier als Podcast mit exklusiven Bonus Fragen für die in der Live Sendung keine Zeit mehr war.

00:01:50: Ich bin Michael Brockort, wir starten in die Live-Sendung.

00:02:00: Das ist unser großes Interview zum Start ins Wochenende!

00:02:03: Heute ist mein Gast Bettina Mills leitet die Vorlaufphase des Pinabauschzentrums.

00:02:09: Herzlich willkommen im Elbertalk.

00:02:10: Herzlichen Dank für die Einladung.

00:02:12: was

00:02:12: lieben Sie an Ihrem Job?

00:02:15: An meinem Job liebe ich dass man die Zukunft erfinden kann.

00:02:19: Wir haben die ganz seltene Gelegenheit, eine neue Kunst- und Gurtureinrichtung für das einentzwanzigste Jahrhundert.

00:02:25: Das Pina Bausch Zentrum?

00:02:27: Was wird es denn überhaupt?

00:02:30: Na wichtig ist erstmal zu wissen – Es wird noch!

00:02:32: Also es gibt im Moment das Pina Bauschzentrum Under Construction.

00:02:36: Ja was auch groß

00:02:37: dran steht am ehemaligen Schauspielhaus.

00:02:40: Und die Grundidee ist eigentlich entstanden.

00:02:43: die meisten Wuppertalerinnen und Wupperteiler wissen, dass es in den Großen Finanzkrise war.

00:02:49: Es ist Pina Bausch gestorben, dann hat die Stadt beschlossen, die eigentlich geplante Sanierung des Schauspielhauses nicht mehr umzusetzen.

00:02:57: Weil es noch

00:02:57: zu teuer würde?

00:02:58: Genau!

00:02:58: Ach so teuer weiß man, das ist jetzt ja alles viel teurer, aber ich glaube ... Es ist wahnsinnig wichtig, in die Infrastruktur der Stadt zu investieren.

00:03:06: Wir merken das jetzt ja an allen Stellen ... Aber

00:03:09: was wird das Pinabaus

00:03:10: sein Grund?

00:03:13: Das wird ein Zuhause vor allem erst mal für das weltberühmte Tanztheater Wopathal Pinabause, das im Moment ja in der Oper spielt.

00:03:22: Es wird einen Ort für internationale Produktion.

00:03:26: Pinabauge hat immer international gearbeitet.

00:03:28: Es werden zu Hause für das Pinabausch Archiv was von der Pina Bausch Foundation getragen wird.

00:03:34: Was auch in den letzten plus minus zehn, fünfzehn Jahren aufgebaut wurde.

00:03:37: und vor allem wollen wir aber ein Haus schaffen, das offen für alle ist.

00:03:43: also Partizipation teilhaben, Forum Wuppa bogen sie die Stichworte es soll eben die gesamte Stadtgesellschaft mitnehmen und auch die Menschen der Welt?

00:03:52: Das ist mir eine gute Frage.

00:03:53: mal so für alle außerhalb so der Tanztheater Bubble.

00:03:56: brauchen wir sowas im Wuppertal?

00:03:59: unbedingt?

00:03:59: weil Ich glaube, wir brauchen vor allem ganz analoge Orte wo wir uns begegnen.

00:04:05: Also im Moment machen wir ja vor allem probieren wir Dinge aus in dieser so genannten Vorlaufphase.

00:04:10: also wir bereiten die Zukunft vor und ich glaube dass... Wir haben gerade ein großes Festival gemacht mit ganz ganz vielen verschiedenen Kulturen und ich denke wir haben nach der Pandemie doch gemerkt das es super wichtig ist dass wir solche Orte haben wo wir Begegnungen ermöglichen Weil sonst ist das Ergebnis Angst und Einsamkeit, also Japan-Korea haben schon Ministerien und Abteilungen für Einsamkeitsbekämpfung geschaffen.

00:04:36: Da wollen wir eigentlich nicht hin.

00:04:38: Wir haben gerade schon mal ganz kurz angedeutet die Kosten.

00:04:40: es wird relativ teuer hundertsechzig Millionen.

00:04:43: Hundertfünfzehn Millionen davon bezahlt die Stadt knapp fünfzig Millionen Euro Zuschuss von Bund und vom Land NRW Und das können wir uns leisten.

00:04:51: Das ist im Haushalt, der jetzt genehmigt wurde und auch von einer Bezirksregierung genehmig wurde.

00:04:55: Also von der Kommunalaufsicht drin.

00:04:58: Man muss sich ja immer fragen was die Alternative ist?

00:05:01: Zum einen verliert man diese Gestaltungsmaster über fünfzig Millionen wenn man es nicht tut.

00:05:06: Es gibt eigentlich in den letzten hundert Jahren kaum eine Künstlerin die so wichtig war wie Pina Bausch.

00:05:13: Sie können für NRW sagen, es ist noch Boys und Beethoven.

00:05:16: Und das können sie auch fast jetzt auf Deutschland übertragen.

00:05:19: Also es ist einfach eine Künstlerin die nicht nur den Tanz sondern auch die anderen Spaten beeinflusst hat.

00:05:24: aber wie gesagt ich glaube es geht darum einen Ort zu schaffen der auf ne ganz neue Art Die Stadtgesellschaft mit einem sehr hohen Niveau an Kunst verbindet und trotzdem das Ganze für alle öffnet.

00:05:35: und wenn wir das an dieser Stelle nicht tun.

00:05:37: dann ist die Frage was ist die Alternative?

00:05:39: Wie sollen die Innenstädte wieder gesund werden?

00:05:42: Jetzt ist ja Schauspielhaus relativ Innenstadt, würde ich jetzt mal sagen.

00:05:46: Es hat schon ein bisschen am Rande der Innenstadt ... Aber könnte man nicht einfach so als Tanzdeater da weitermachen?

00:05:51: Das hätte man machen können aber dann hätte man keine Fünfzig Millionen von Land und Bund bekommen weil die sich in der Verantwortung gesehen haben, weil es um ein kulturelles Welterbe geht.

00:06:02: Unterfrage ich direkt weiter für den Podcast!

00:06:05: Wann haben Sie denn das Tanzdeator Pina Bausch zum ersten Mal wahrgenommen?

00:06:09: Wissen sie das

00:06:09: noch?!

00:06:10: Ich bin mir nicht so ganz sicher, aber es ist Anfang der Achtzigerjahre.

00:06:16: Ich habe zuerst Biologie studiert weil ich eigentlich mit elf Jahren schon Ökologin werden wollte.

00:06:20: Weil diese ganzen Themen die wir uns im Moment umgeben Klimawandel und so weiter waren ja schon bekannt.

00:06:27: Dann hab' ich aber kurz vor Ende des Studiums, weil die Ökologie gar nicht vorkam ein Theater gebaut.

00:06:33: Und dann habe ich aber angewandte Theaterwissenschaften studiert.

00:06:38: Wo das ein ganz neuer Studiengang war, mit fantastischen Lehrern wie Georges Taburi und Heiner Müller nach Buppertal gepilgert.

00:06:44: Und auch mit meiner freien Gruppe, die ich damals hatte.

00:06:48: Das erste Stück war nach meiner Erinnerung Arjen von Pina Bausch.

00:06:52: Als Sie das dann gesehen haben ... Wissen sie noch wieder?

00:06:55: Das war das Gefühl...

00:06:57: Das war ein komplettes Erdbeben, ehrlich gesagt!

00:07:01: Ein konstruktives wunderbares Erdbäben, was sich glaube ich, was auch das Besondere in der Kunst ist Bei Arien, viele werden das nicht kennen.

00:07:09: Es ist noch mal aufgenommen worden vor ein paar Jahren aber die ganze Bühne ist unter Wasser Sie haben lebensgroße Nilpferde auf der Bühnen Die Tänzerinnen und Tänzern bewegen sich durch das Wasser in dem Wasser als regnet von oben Und es ist einfach eine Erfahrung, die sich extrem unmittelbar verbindet.

00:07:26: Das Besondere ist dass es immer um eine Verbindung geht von zwischenmenschlichen Dingen Aber auch gesellschaftspolitischen Dimension

00:07:34: Und heute machen Sie das Ganze beruflich in einer wichtigen Position sehr sogar im Tanztheater.

00:07:39: Was fasziniert Sie so an diesem Tanztheathe?

00:07:44: Vielleicht insgesamt am Tanz und auch an der Performance, ich glaube wir leben ja als Menschen in sehr vielen Widersprüchen die wir gar nicht auflösen können und ich denke es ist auch kein Zufall dass Tanz- und Tanztheate eigentlich in den sechziger Jahren sind angefangen haben, dann in den Achtzigerjahren wurde es ganz groß.

00:08:05: Aber eigentlich eine Zeit wo man noch gedacht hat meine Güte was ist da eigentlich in diesem Faschismus passiert?

00:08:11: Mit dem Kopf alleine kann ich das nicht erklären und Pina Bausch und auch andere wie William Forsythe und so gerade in Deutschland auch an der Tanzkunst haben die Perspektive auf den Körper gelenkt und auf das was wir eben manchmal nicht auflösen können und ich glaube diese Widersprüche auszuhalten mit einer Erfahrung, also erfahrbar zu machen.

00:08:34: Es ist unglaublich wertvoll.

00:08:36: Da hast du gerade schon mal angesprochen, Pina Bausche ist im Jahr twohundneunen gestorben.

00:08:40: Haben Sie sie kennen gelernt vorher noch?

00:08:42: Ich habe sie kennengelernt.

00:08:44: Ein wenig einmal am Rande der Festivals die sie immer gemacht hat diese wunderbaren internationalen Tanzfeste und zwei tausend ich glaube sieben war sie mit einem Gastspiel in Ludwigsburg.

00:08:56: Ich hab damals in Stuttgart gewohnt und da haben wir sehr, sehr lange nachher noch zusammengesessen und miteinander gegessen und unterhalten vor allem über die junge Opa, die ich in Stutthart geleitet habe.

00:09:08: Wie haben Sie sie so wahrgenommen?

00:09:10: Als extrem neugierig offen ... Ich war erst ein bisschen vor Respekt erstaunt, da plötzlich an so nem Tisch miteinander zu sitzen Und ich habe sie als eine ganz wunderbare Person entdeckt mit einer eben ganz großen Neugierde für das Unbekannte, des Fremde und ich glaube auch, dass macht die Kunst aus.

00:09:33: Wir haben Pina Bausch mal kennengelernt so als ganz stille schüchterne Person, die gar nicht wirklich mit uns über ihre Stücke sprechen wollte sondern immer gesagt hat geht rein und guckt euch das an!

00:09:43: Das ist meine Sprache.

00:09:44: Ja, das kann man auch so sehen.

00:09:46: Sie hat ja nicht ihre Stücke erklärt, sondern wir haben ganz viel über die Zusammenarbeit mit jungen Menschen gesprochen und wie wichtig die Erfahrung von Kunst und Kultur für junge Menschen ist.

00:10:01: Ich glaube diese Wirkungen des Schüchternen haben sehr viele aber sie ist gleichzeitig doch, fand ich sie, sehr nahbar.

00:10:09: Schön, dass wir noch mal darüber gesprochen haben über Pina Bausch.

00:10:13: Sie haben gerade gesagt, sie hatten anfangs vor irgendwie Biologin zu werden oder sowas zu machen.

00:10:17: Wann haben sich entschieden?

00:10:18: Nee Kultur!

00:10:19: Das ist das was ich will.

00:10:20: Es gab so eine Krise Anfang der Achtziger eigentlich in der Zeit auch als Nelken entstanden es wo sehr viele Bewegungen und Versuche eigentlich die ökologische Situation damals schon zu verbessern gescheitert sind.

00:10:36: Also in Frankfurt ist die Stadtbahn West gebaut worden, die Atomkraftwerke sind gebaut worden und und und

00:10:43: große Demonstrationen dagegen damals?

00:10:45: Genau,

00:10:45: damals die großen Demonstationen dagegen und als insgesamt glaube ich eine große Aufbruchsstimmung, die aber zusammengebrochen ist.

00:10:52: Ich hab dann gedacht, vielleicht ist es... oder ich weiß gar nicht, ob ich gedacht habe.

00:10:55: Aber weil auch ich war zu früh.

00:10:56: Ich hab schon in der Schule immer Jugendforst geworden und so.

00:10:59: Und ich hatte das Gefühl, ich muss noch mal einen Hacken schlagen und was anderes lernen.

00:11:03: Und hab dann eben zur Freude meiner Eltern wahrscheinlich kurz vor Diplom geschmissen.

00:11:08: Okay, ja sowas lieben Eltern immer!

00:11:10: So, da sind sie in die Kultur gegangen?

00:11:13: Ja

00:11:13: Aber im Moment versuche ich auch beides zu verbinden, weil ich glaube das ist doch sehr wichtig und die Nachhaltigkeit hat eine extrem große kulturelle Dimension.

00:11:22: Nachhaltigkeit

00:11:22: und Kultur?

00:11:23: Sprechen wir gleich nochmal drüber!

00:11:24: Wir gehen zurück in die Live-Sendung.

00:11:26: Da wird das Schauspielhaus umgebaut in der neues Zentrum.

00:11:29: Wie wird es denn umgebaut?

00:11:31: wie wird es aussehen?

00:11:32: Das Schauspülhaus wird eigentlich gar nicht so sehr verändert Weil das Schauspilhaus unter Denkmalschutz steht Dass es von Graubner gebaut hat, in diesem Jahr sechzigsten Geburtstag am vierundzwanzigsten September eröffnet mit einer fantastischen Rede von Heinrich Böll zur Freiheit der Künste vom damaligen Bundespräsidenten.

00:11:49: Das Schauspielhaus ist einfach eine extrem tolle Bühne!

00:11:53: Da hat man das Gefühl, es sind dreihundertfünfzig Plätze.

00:11:56: Es sind aber siebenhundertsechzig etwa und der Zuschauerraum ist eigentlich der Erste in Deutschland, der absolut demokratisch gebaut ist.

00:12:04: Das heißt Sie haben keine Logen, keine Ränge sondern man sieht von überall gut.

00:12:08: Und es ist sehr steil.

00:12:09: deshalb sehen Sie auch den ganzen Körper.

00:12:11: Das heisst die ist für Tanz sehr geeignet.

00:12:14: D. h., das Schauspielhaus wird im Wesentlichen in dieser wunderschönen und sehr zeitlosen Substanz wieder saniert natürlich modernisiert, sodass die Menschen auch das Gefühl eines zeitgenössischen Ortes hatten.

00:12:26: Wobei das damals schon sehr cool

00:12:28: ausgestattet

00:12:29: war.

00:12:29: Oder es

00:12:29: kommt dann noch ein Neubau dran?

00:12:30: Ja!

00:12:31: Es kommt dann... Weil damals übrigens sollte schon einen Zusatzbau entstehen da wo jetzt das Cinemax ist.

00:12:38: Da sollte ein großes Gebäude hin mit Werkstätten und einer flexiblen Bühne.

00:12:42: Und was wir jetzt machen sind Teilen eigentlich das nochmal nachzuholen.

00:12:45: Werkstetten leider nicht.

00:12:47: Die sind gemeinsam mit der Oper Aber das ist auch eine sehr gute Lösung.

00:12:52: in den Neubau, kommt vor allem ein großer Arbeitsraum für das Tanztheater Wuppertalpinabausch.

00:12:59: Die Bühne im Altbau hat zwanzig mal zwanzich Meter etwa und dieser Raum wird auch so groß sein also plus minus vierhundert Quadratmeter.

00:13:05: Ein ganz großes Juwel ist eine große flexible Bühnen die nach hinten zur Wuppark eingerichtet wird die eigentlich in fast allen klassischen deutschen Theatern fehlt und wo ich Konzert, Performance, Lecture, Tagung, Ausstellung usw.

00:13:22: machen kann – Medienkunst!

00:13:23: Und es gibt diesen Gewinner des Architektur-Wettbewerbs.

00:13:26: das heißt aber ist vorne so ein großes ja so großer Glaskasten sehr moderner Glasbau vor dem Schauspielhaus dann quasi mit so'n bisschen Erhöhbung dass man drunter hergehen kann und dann ins Schauspelhaus rein.

00:13:37: Eigentlich nicht, also eigentlich ist es neben dem Schauspielhaus.

00:13:40: Es gleicht auch so ein bisschen den Bau von Cinemax aus in die andere Richtung.

00:13:46: D.h.,

00:13:46: wir haben einen großen Glasregel im vorderen Bereich, der Probenraum vom Tanzjahr.

00:13:52: Das heißt man kann auch Menschen sehen, die da tagsüber arbeiten.

00:13:55: und sehr wichtig beides ist den ganzen Tag offen.

00:13:58: Und das Verbinde wird eine große Küche Gastronomie, die auch sehr zugänglich sein soll den ganzen auch für die Studierenden vom Haspel, für Menschen, die in der Nähe arbeiten oder einfach Lust haben an Cappuccino zu trinken.

00:14:13: Das heißt wir werden es dann jeden Tag einfach so nutzen können?

00:14:15: Rheinlaufen ein bisschen gucken, ein bisschen Kaffee trinken, eine Cola sowas...

00:14:19: Ja, die Idee ist schon ein dritter Ort!

00:14:21: Also die Bibliothek kommuniziert das ja auch im Moment sehr stark und ich glaube dass brauchen wir in den Städten.

00:14:26: Wir brauchen auch Frequenzbringer und Orte wo wir mal eine Weile sein können ohne gleich kommerziell handeln zu müssen.

00:14:34: Und ist das schon alles konkret geplant?

00:14:35: Also haben die Architekten auch schon Ihnen alles geplant, welche Räume werden wo entstehen?

00:14:40: Ja also vielleicht kurz zu den Architekten, dass sind Dillaskofide und Renfroh, die den internationalen Wettbewerb gewonnen haben eines der weltweit wichtigsten Architektorbüros die in New York unter anderem die Highline gebaut haben, aber auch sehr viele andere Kulturbauten.

00:14:56: Und man kann sich ja schwer vorstellen wie so ein Kulturbau neu entsteht.

00:15:00: Aber eigentlich haben wir lange vor dem Architekturwettbewerb schon ... die Raumkonzepte entwickelt.

00:15:10: Sonst würden wir gar nicht die Bundesförderung bekommen, wenn wir ein relativ stabiles Bedarfskonzept

00:15:15: hätten.".

00:15:15: Die

00:15:15: wussten was muss da rein?

00:15:18: Was ist für sie das Beste an diesem gewonnenen Architekturding?

00:15:23: Einem Entwurf, so heißt es.

00:15:27: Also erst mal sind's fantastische Architekten.

00:15:29: Elizabeth Diller steht auch für eine interdisziplinäre Architektur.

00:15:34: Sie liebt Pina Bausch.

00:15:35: Sie hat bei der Pressekonferenz zum Wettbewerb ein Bild gezeigt wo sie in hier in New York gesehen hat und dann erzählt dass die ihre Studierenden immer in den Tanz geschickt hatten gesagt hat Architektor seht ihr sowieso geht man lieber performen zum Tanz gucken Das Tolle ist, sie hat selber gesagt das es wie eine Theatermaschine.

00:15:56: Das wird auch ein bisschen was Ruffes behalten weil wir sind nicht die Elbphilharmonie.

00:16:04: Also natürlich wollen wir so einen kleinen Bums und auch einen großen genauso haben.

00:16:09: aber ich glaube zur Wuppertal passt auch gut dass es eine Mischung ist.

00:16:13: also erst mal ein sehr funktionaler Bau ist.

00:16:15: Pina Bausch hat so schön gesagt es ist keine Sonntagsstadt sondern eine Alltagsstadt und der Raum soll wirklich Arbeitsatmosphäre haben uns sehr flexibel sein.

00:16:28: Das

00:16:45: sind ganz verschiedene Bereiche.

00:16:48: Ich bin bis zu zwanzig im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, für die Theater- und Tanzförderung zuständig gewesen und bin dann zwanzich beurlaubt worden vor dem Ministerium um hier die Arbeit zu machen.

00:17:00: Und seit zwanzzig bespielen wir das vor jedes Schauspielhauses weil ich glaube es ist wichtig dass das Projekt nicht irgendwann die Türen aufmacht sondern dass man's eigentlich auch vorbereitet weil es wird ja was saniert wird und dann wieder ein Schauspielhaus ist, oder eine Oper.

00:17:17: Die Saniert wird wie deine Oper wird, sondern ein ganz neuer Ort fürs XXI.

00:17:21: Jahrhundert.

00:17:22: Und wir probieren sehr viele unterschiedliche Formate aus von Workshops mit Kindern- und Jugendlichen, internationalen Festivals, Kooperationen, Residenzen usw.

00:17:34: Das

00:17:34: koordinieren Sie sozusagen alles?

00:17:35: Das koordiniere ich und natürlich zählt dazu auch die gesamte Antragstellung für die Mittel ... von Stadt, Land und Bund für diese sogenannte Vorlaufphase.

00:17:46: Ein bisschen sperriger Begriff aber man kann sagen es ist bundesweit absolut einmalig glaube ich das so dass überhaupt diese Möglichkeit ist jetzt schon Sachen auszuprobieren und es wird super gut angenommen von den Menschen.

00:17:58: dann geht es natürlich auch um die Abstimmung mit dem Architekturprozess weil wir wollen natürlich dass wir eine optimale architektonische Form mit einem optimalen Inhalt künstlerisch verbinden.

00:18:11: Und wie sieht denn so ein normaler Arbeitsalltag aus?

00:18:14: Sie kommen morgens in ihr Büro und dann?

00:18:17: Das sieht sehr unterschiedlich aus.

00:18:18: Manchmal komme ich gar nicht ins Büro, sondern als Schauspielhaus und empfange da Künstlerinnen und Künstlern die gerade aus Italien anreisen und die bei uns in Residenz arbeiten.

00:18:31: Es ist mir immer noch zu viel Büroarbeit.

00:18:35: Die üblichen Dinge sind wie auch Disposition, Abstimmungsprozesse, Sitzung vor und nach zu bereiten.

00:18:42: Es liegt so ziemlich alles bei mir im Moment was die Vorlaufphase angeht also auch Pressearbeit mag kriegen.

00:18:48: Wie jetzt zum Beispiel genau?

00:18:51: Sie sind Autorin, Dramaturkin Produktionsleiterin.

00:18:54: Also der kreative Teil, fehlt Ihnen das ein bisschen oder können sie das noch genug umsetzen?

00:18:59: Das ist im Moment viel kreativer Arbeit auch und es ist sehr schön weil Ja, es sind ja auch viele Künstlerinnen und Künstlern Kontakte.

00:19:07: Und erst mal sehe ich mich als Dienstleister – also habe ich mich im Ministerium gesehen -, um für tolle Künstlerin und Kündler einen Rahmen zu bauen, den sie nutzen können.

00:19:19: Wie reagieren die Leute, wenn Sie sagen, dass ich für das Pina Bausch-Zentrum

00:19:24: arbeite?

00:19:24: Ich glaube, da kann man gar nicht hoch genug einschätzen.

00:19:28: Das bemerke ich in der gesamten Welt!

00:19:32: Ich war jetzt im Januar in Chile und da war auch die letzte Produktion von Pina Bausch, die jetzt im September hier wieder aufgenommen wird.

00:19:40: Kommel Mosquito.

00:19:42: bei ganz Südamerika aber auch in Deutschland löst der Name Pina-Bausch eine ganz große Hochachtung aus und ich glaube das liegt auch daran dass sie so einen sehr, sehr tiefen Humanismus in ihrer Arbeit hatte.

00:19:59: Also das ist wirklich radikal unterscheidet von ganz vielen anderen Werken in der darstellenden Kunst und ja einfach bahnbrechend war.

00:20:10: Und wie stolz sind Sie da dass sie jetzt Teil dieser gesamten Geschichte sind?

00:20:15: Ich bin stolz aber ja ich empfinde es als eine Ehre das zu tun auch kulturpolitisch extrem wichtig, weil der Tanz und Tanz- und Performen sind immer die Bereiche, die am wenigsten Mittel bekommen.

00:20:33: Es sind die fragilsten Bereiche.

00:20:35: Und ich habe eigentlich mein ganzes Leben lang dafür gekämpft dass interdisziplinäre Experimente, Tanz-und Performance Raum bekommen und auch Mittel bekommen, weil ich glaube das wäre wenn wir uns nicht physisch ausleben dann Wir merken, wir leben in einer Wutgesellschaft.

00:20:55: Wenn das nicht raus kann, dann wird's gefährlich.

00:20:59: Wie oft müssen Sie erklären?

00:21:03: Das muss ich oft.

00:21:04: Es ist unterschiedlich.

00:21:05: Wenn Menschen zu Vorstellungen kommen, kapieren die es sofort.

00:21:09: Viele sind so glücklich, in diesem Ort zu sein.

00:21:13: Der hat gute Geister in den Wänden auch wenn er jetzt ein bisschen ... schrubbelig ist.

00:21:19: Aber es ist immer noch mit den japanischen Gärten ein so magischer Ort und ich glaube, wenn man da ist und das erfährt was wir ausprobieren genauso dazu... Also das große Fundament bin ja gar nicht ich sondern das ist das Tanztheater Wuppertal Pinabausch mit den dreißig Vorstellungen im Opernhaus und nochmal fünfzig in der ganzen Welt gerade jetzt in Tokio in New York in Athen Adelaide usw.

00:21:43: Und auch die Arbeit der Pinabause Foundation.

00:21:47: Es wird irgendwann mal alles zusammen kommen, dann in einem neuen Gebäude.

00:21:51: Sprechen wir gleich nochmal drüber über das neue Gebäudee?

00:21:53: Wir gehen zurück in die Live-Sendung!

00:21:55: Und meine Gäste dürfen sich ja immer ein

00:21:57: Lied

00:21:57: wünschen und ihr Wunschsong ist eine Warner Where Did You Sleep Last Night?

00:22:02: aber in der Unplugged Version aus der großen MTV Unplugsession.

00:22:06: Warum?

00:22:08: Ich finde es einfach ein wahnsinnig schönes Lied.

00:22:10: Das ist so'n gute laune Lied.

00:22:12: ich hab's zum ersten Mal auf dem Weg mit Freunden zum Skifahren gehört und es hat was Mystisches auch.

00:22:21: Es hat eine superinteressante Geschichte, weil das eigentlich ein ganz altes Lied ist ein alter Folk Song auch der schon von ganz vielen Menschen interpretiert worden ist aber ich finde die von Kurt Cobain am Schild.

00:22:42: Der Stadtrat wird... Das ist ja nochmal wichtig Ende September darüber abstimmen dass es dann wirklich kommt.

00:22:47: das sind wir schon sicher dass sie Ja sagen oder?

00:22:49: Ich glaube im Moment Die ist es sehr deutlich für viele, dass das was ich eben schon mal angesprochen habe.

00:22:57: Dass wir investieren müssen also wir kennen das Thema von der Bahn die ganzen Kommunen nicht nur in einer wesentlich schwierigen Situation.

00:23:05: durch die Schuldenbremse konnten sie in Zeiten in denen die Kredite eigentlich super günstig gewesen werden nicht investieren.

00:23:12: Schuldenbremse hat auch einen Sinn gehabt.

00:23:14: Das würde ich gar nicht befragen aber natürlich eine.

00:23:16: dadurch haben wir einen immensen Rückstau.

00:23:18: Und stellen Sie sich mal Wuppertal ohne die Stadthalle, ohne die Schwimm-Opa, ohne den Skulpturenpark, ohne das Loch, ohne diese Börse.

00:23:28: Nimmt die Tanzstationen und die Opa all diese Einrichtungen vor?

00:23:32: Den Zoo... Was bleibt dann?

00:23:34: Also muss der Stadtrat ja abstimmen!

00:23:37: Jetzt gab es einen Wechsel im Kulturdezernat.

00:23:39: Matthias Nocke war klar dafür.

00:23:42: Hat das Einfluss, dass er nicht wieder gewählt worden ist?

00:23:45: Also ich glaube, erst mal ist wichtig noch einmal daran zu erinnern.

00:23:48: Es gibt einen Grundsatzbeschluss aus zwei Tausend achtzehn und es gibt zwei Durchführungsbeschlüsse ein aus zweitausend neunzehntundneinzehn Und dann nochmal einen von einundzwanzig zu den auch zu den Betriebskosten.

00:23:59: das Land hat sich schon committed Auch und alle diese Schritte waren notwendig weil sonst hätten wir schon lange die Bundesförderung auch verloren.

00:24:07: und im letzten Jahr sind pünktlich Die unterlagen ab eingereicht worden.

00:24:14: Natürlich ist Matthias Nocker hat sich sehr stark gemacht für das Projekt.

00:24:18: Ich bin aber sehr zuversichtlich, Herr Libbe Weißentheld war ja bei Ihnen auch schon im Elber-Torben.

00:24:23: Richtig

00:24:23: genau gehört euch nochmal an Hörnerfreude Wuppertal E als Podcast?

00:24:26: Genau

00:24:26: ich glaube dass er genauso wie Miriam Schärf als Oberbürgermeisterin es beide sehen, dass es einfach eine super wichtige Gestaltungsmasse ist mit der Buga zusammen und ich finde auch die Stadt Bücherei um den Kern der Stadt zu beleben absolut wichtig.

00:24:44: Und ich glaube, wir können nichts Besseres tun als in Bildung und die Köpfe zu investieren.

00:24:49: Sie haben gerade Oberbürgermeisterin Miriam Scherf angesprochen.

00:24:52: sie hat das Ding ja zur Chef-Innen Sache gemacht.

00:24:55: was heißt das denn eigentlich?

00:24:56: Naja im Moment ist sie erstmal ganz formal da es keinen Kulturdezernenten gibt auch dafür verantwortlich.

00:25:01: aber sie hat sich von Anfang an ganz klar auch öffentlich dazu positioniert dass sie das Zentrum für absolut wichtig hält.

00:25:11: Steckt da auch viel Arbeitszeit rein.

00:25:13: Abstimmung ist in der Stadtratssitzung Ende September, wir werden natürlich für euch dabei sein wenn Sie im Ratsaal dabei sein?

00:25:19: Ich werde bestimmt dabei sein.

00:25:21: und zu dieser Abstimmung kann man noch mal sagen es gibt also Architekturprozesse gerade im öffentlichen Bereich sind so kompliziert und man wundert sich ja immer warum das heute so lange dauert weil man früher die Schwebebahnen zwei Jahre oder so bauen konnte oder das Theater Jetzt in dieser sogenannten Leistungsphase drei, die jetzt gerade abgeschlossen ist.

00:25:41: Es gibt eine relativ solide Finanzberechnung und das ist völlig klar dass der Rat sich das nochmal angucken muss und das auch diskutiert.

00:25:51: aber ich werde sicherlich dabei sein.

00:25:53: Und

00:25:53: wie geht es da nach weiter?

00:25:54: Darüber sprechen wir gleich noch mal im Elber-Torch.

00:25:57: Hier ist Radebo Patal, hundred seven four und nochmal für den Podcast gefragt.

00:26:01: Es wird ja viel darüber diskutiert über das Pina Bausch Zentrum.

00:26:05: Es gibt ja auch Kritik.

00:26:07: Wie ist das für Sie wenn der öffentliche Kritik kommt?

00:26:10: Ich glaube, wenn man was tut dann gibt's immer in irgendeiner Form Gegenwindeszelten als man nur Euphorie erntet.

00:26:17: aber ich mache überwiegend eine sehr positive Erfahrung natürlich.

00:26:20: Das ist viel Geld Und das ist aber dann auch wieder nicht so viel Geld.

00:26:26: Also A, wenn Sie es vergleichen mit anderen Sanierungen und in fast allen Städten gibt es diesen Sanierungsrückstau auch bei den Kulturbauten, aber genauso und insbesondere bei den Schulbautn.

00:26:36: Und dass was an Investitionen ansteht, ist in etwa im Rahmen der also in dem Rahmen, indem auch eine größere Schule an Kosten quasi erforderlich machen würde Und das ganz, ganz wichtig nie gegeneinander ausspielen.

00:26:53: Also ich glaube wir brauchen unbedingt eine Gemeinwohlorientierung in den Städten aber wir brauchen vor allem eben auch für unsere jungen Menschen Investitionen.

00:27:04: Haben Sie mal so Momente wo sie denken oh warum tue ich mir das eigentlich an?

00:27:09: Na klar die hat jeder... Aber es ist selten.

00:27:12: meistens es ist eher dass ich denke wow!

00:27:15: Es ist ein toller Job und es ist ein herausfordernder Job.

00:27:21: Das war aber auch vorher schon das Ministerium, weil da hat man auch einen Miniteam für eine ziemlich ... Also NRW ist die glaube ich weltweit dichteste Kunst- und Kulturlandschaft, die wir behaupten haben.

00:27:34: Aber ja, ich komme überwiegend.

00:27:36: Das ist einfach großartig!

00:27:38: Und wie schalten Sie ab von dem ganzen Trubel jeden Tag?

00:27:40: Von den Diskussionen, Telefonaten, Organisationen?

00:27:43: Das sind Dinge, in denen sie erledigen

00:27:44: müssen?!

00:27:45: Wann ist Ende?

00:27:46: Manchmal kann ich auch gar nicht so gut abschalten.

00:27:48: Ich bin wahrscheinlich schon eher ein Workaholic.

00:27:50: Letzte Woche war ich großartig mit meinen beiden Kids in den italienischen Bergen im Wald Grande, haben die mich von tausend auf zweitausend Meter hoch gejagt und da kann man gut abscheiden!

00:28:01: Da bleibt es auch gar nichts anderes übrig.

00:28:03: Haben sie gutes Wetter da?

00:28:05: Fantastisches Wetter aber in etwa genauso heiß wie hier.

00:28:08: Aber ein bisschen mehr Wind.

00:28:09: Also oben in den Bergen.

00:28:11: Wo Patalia auch sehr hügelig ... Haben Sie einen Lieblingsort in der Stadt?

00:28:15: In der Stadt, ich glaube mein Lieblingsort ist der Skulpturenpark von Tony Crack.

00:28:19: Muss ich mich outen?

00:28:21: und Utopia-Stadt ist auch ein Lieblungsort.

00:28:24: Skulpturpark weil?

00:28:26: Ich finde das es einfach einen wahnsinnig kostbarer Ort.

00:28:29: also ich bin da super gerne.

00:28:32: jetzt gerade die Ausstellung von Rebecca Horn Und ich finde, der ist in der Art wie die Wildheit dieses Waldesgartens verbunden.

00:28:41: Ist mit der sehr, sehr schönen historischen Architektur und der neuen.

00:28:46: Dieses fünftige Jahrgebäude davor stand ja ein anderes, eine andere Villa da ist auch mit Tänzerinnen und Tänzern erarbeitet worden.

00:28:54: Aber ich finde es einfach die Art, wie man auch die Kunst dann vor dem Hintergrund der Natur sieht Miro bis rückrieben weiß ich was alles also die weltweit wichtigsten Bildhauerinnen und Bildhauern.

00:29:09: Und dann gibt es noch einen guten Kaffee, einen guten kuchen.

00:29:11: da kann man einfach gut zwei drei stunden verbringen.

00:29:13: perfekt eigentlich.

00:29:14: und utopia statt haben sie gesagt warum ist das ein super ort?

00:29:18: Ich habe einen ganz großen Respekt vor den wunderbaren Kollegen um Christian, um Daniel und David.

00:29:25: Und die anderen ... ich hab auch schon mal noch nicht oft genug aber selber auch Fenster mit von alten Kit befreit.

00:29:33: Die

00:29:33: sind diesen alten Bahnhof komplett modernisieren genommen?

00:29:36: Genau!

00:29:36: Aber ja mit ganz viel ehrenamtlicher Arbeit und sie bezeichnen das selbst als ein fortlaufenden gesellschaftlichen Aushandlungsprozess.

00:29:45: Ich finde die Tatsache, dass man es geschafft hat diesen Freiraum da zu halten und wenn man da am Wochenende ist oder auch unter der Woche am Abend und vielleicht noch ein Bier trinkt mit Freunden.

00:29:55: Oder auch in eine Veranstaltung geht oder ins Café Hutmacher im Winter auf dem Kakao – das ist einfach total schön!

00:30:00: Immer eine angenehme Stimmung an der Nordbahn-Trasse.

00:30:02: Wir

00:30:04: gehen zurück in die Live-Sendung.

00:30:09: Dann

00:30:11: bin ich Zuschauerin.

00:30:14: Publikum, wo ich lebe in Japan oder weiß der Teufel wohl?

00:30:18: Keine Ahnung.

00:30:19: Flexibel offenbar, das wissen wir noch nicht so genau.

00:30:22: Jetzt ist ja Theater und Tanz und Kulturpolitik seit Jahren ihr Thema eigentlich schon immer in ihrer beruflichen Laufbahn.

00:30:30: Was ist da das Besondere im Wuppertal?

00:30:33: Zum einen glaube ich dass auch Räume so ein Grundthema sind.

00:30:36: also ich habe eben mit... Das erste Theater ausgebaut mit einer heute aus heutiger Sicht erstaunlichen Summe.

00:30:44: Eine alte Fabrik, wie man das so Anfang der Achtziger gemacht hat.

00:30:50: Ich liebe Wuppertal.

00:30:52: Ich bin sehr, sehr gerne hergezogen.

00:30:55: Also ich habe vorher im Körbchen zwanzig Mal umgezogen etwa aber ich mochte Wupperteil von Anfang an sehr gern und hab auch vom Ministerium aus wahrscheinlich etwa achtzig Prozent der Dienstreisen schon her gemacht weil das ja doch ein großes großes Privo A-Projekt ist.

00:31:11: vielleicht nicht achtzig prozent Aber es ist eine Stadt mit einem irrsinnigen Potenzial finde ich Weil es eben auf Freiräume gibt.

00:31:20: Die Leiterin der Kunstakademie in Münster sagt ihre Studierenden ziehen nach Uppertal, weil es da eben auch noch bezahlbare Ateliers gibt und so.

00:31:27: Das brauche ich Ihnen alles nicht zu erzählen aber ich finde wir haben auch eine so fantastische Kunst- und Kulturlandschaft insgesamt von der freien Szene Orten wie Lochbörse, Kaffeeader Insel, Tanzstation bis zur Opa Schauspiel von der Heitmuseum Visiodrom Orchester usw.

00:31:47: Das ist so ein Pfund hier und mit dieser Geschichte als deutsches Manchester, achtzehn Weltmarktführern sogar das Seepferdchen ist hier erfunden worden war ja neulich in der Süddeutsch.

00:31:57: Ja für heute noch hier hergestellt, genau bitte noch hier gewebt.

00:32:00: Und und und!

00:32:01: Genau.

00:32:02: Das isst du das Faszinierende.

00:32:03: von außen sieht man Wuppertalippe an Wupperteilippen auch so wahr.

00:32:07: wir selber die Menschen hier in den Stadt schätzen gar nicht so das Potenzial oder kennen das nicht so?

00:32:11: Oder warum Das

00:32:13: weiß ich auch nicht.

00:32:14: Das hab' ich mich schon öfter gefragt, es liegt vielleicht auch an so einer gewissen Bescheidenheit.

00:32:19: Ist ja keine negative Einschaltung?

00:32:20: Nee ist nicht negativ!

00:32:20: Ich war ein bisschen irritiert als wir waren beiden mit den ganzen Kultureinrichtungen gemeinsam bei der internationalen Tourismus Börse in Berlin und da erschien eben in diesem Jahr gerade der Artikel das neue Berlin heißt Wuppertal und alle haben gesagt auch ist ja cool.

00:32:35: Wir haben ein bisschen übertrieben klar.

00:32:37: Ich habe mich beim ersten Interview getraut zu sagen Wuppertal ist das neue Leipzig, das fand ich auch schon ein bisschen kühn.

00:32:43: Aber es waren die Wuppertaaler, die dann immer gesagt haben, aber das stimmt ja irgendwie alles so gar nicht.

00:32:47: Ich dachte, komm lass doch mal, ich glaube schon in dieser Obadenqualität mit der großen Internationalität und der sehr speziellen Geschichte hat das schon einen ordentlichen Bums.

00:33:00: Schockverliebt in Wuppa-Zahl, sage ich immer!

00:33:03: Und wenn dann erst das Pina Bauschzentrum fertig ist?

00:33:05: Wir haben noch eine weite Strecke vor uns, worauf freuen Sie sich denn am Allermeisten?

00:33:09: Ich würde mich super freuen, wenn wir es hinkriegen.

00:33:11: Vielleicht doch schon ein Dreißig zumindest so eine Art Voreröffnung mit der Buga zu machen?

00:33:16: Das ist auch der Plan!

00:33:17: Ich freue mich wahnsinnig darauf dass wir ein Haus haben werden was nicht wie andere Theateressen eine Stunde vorher aufmacht sondern schon ab morgens auf ist und da kann ich auch nach der Vorstellung bleiben und noch einen Wein mit Freunden trinken und was gutes Essen.

00:33:32: Ich freu mich drauf vor allem das Kinder- und Jugendliche sich Zuhause fühlen in diesem Haus und die ganzen Menschen dieser Stadt, aber auch eben das hier begegnen den Menschen der Welt.

00:33:46: Weil es gibt so viele Menschen, die auch zu den Vorstellungen vom Tanzjahr aus der ganzen Welt am Reisen.

00:33:52: Und auf diese Mischung von so das Beste für alle sage ich immer.

00:33:55: darauf freue mich.

00:33:56: Und vor allem da in diesem Haus dann endlich mal wieder ein Stück wie Aryen zu sehen!

00:34:07: Wunderbar, es ist spannend wenn man so im Schnellverfahren ein Projekt was für mich jetzt schon siebzehn Jahre dauert eigentlich von dem Moment der Schließung.

00:34:20: Wenn man das versucht zu homöopathisch verdichten und ja also entstanden ist die Idee damals als zwei acht waren ganz viele zwei neun viele Theater in der Krise.

00:34:33: Eigentlich war die Oper saniert worden, dann sollte das Schauspiel saniert werden und wenn man gerade die Gesamtverantwortung für Theater- und Tanz in NRW übernommen hat will man natürlich nicht dass ein Haus zugemacht wird.

00:34:43: Ja es war in der Tat in der Sendung einen wilder Ritz sage ich jetzt mal durch die Themen auch durch die Geschichte des oder die Zukunft des Pina Bauschzentrums.

00:34:52: wir haben sie ein bisschen komprimiert innerhalb des Podcastes und innerhalb der Live Sendungen.

00:34:56: würden Sie denn den Elbertalk weiter empfehlen?

00:34:59: Ich würde den Elba Talk dringend weiter empfehlen, weil ich auch solche Gesprächsformate wahnsinnig konstruktiv finde.

00:35:06: Und ich glaube auch dass man einfach damit Menschen doch wahrscheinlich ein bisschen oder vorhaben etwas in ihrer Komplexität erfahren kann und nicht nur in so einer... Prassig Sekunden Message, die man in den Nachrichten bekommt.

00:35:21: Danke, dass Sie uns einen kleinen Einblick gegeben haben in Ihre Arbeit und auch in Ihre Hobbys

00:35:25: usw.,

00:35:25: in Ihre Freizeitbeschäftigung.

00:35:27: Wo geht es jetzt von hier aus als Nächstes für Sie hin?

00:35:30: Es geht noch mal ins Büro!

00:35:33: Starten Sie da sehr schön nachher ins Wochenende.

00:35:36: Danke das Sie daran.

00:35:37: Danke Ihnen für die Einladung Herr Brokott,

00:35:40: der Elbertalk ist eine Sendung von Radio Wuppertal jeden Freitag um fünfzehn Uhr live aus unserem Sendestudio in der alten Elbarfabrik in Wupperteil-Elberfeld.

00:35:50: Wir wiederholen die Sendungen sonntags um zwölf Uhr und jeden Montag um achtzehn uhr.

00:35:55: Den kompletten Mitschnitt inklusive Bundesmaterial findet ihr in unserer Mediathek auf radiowuppertall.de Und als Podcast in jedem Podcastplayer.

00:36:04: Abonniert uns gerne, gebt uns fünf Sterne und aktiviert die Glocke damit ihr keine Folge verpasst.

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