Salvador Oberhaus: Punk, Politk und Wuppertal
Shownotes
Im ELBA-Talk spricht Salvador Oberhaus, Linken-Fraktionsvize im Wuppertaler Stadtrat und Historiker, über die Wahl in Sachsen-Anhalt und die Brandmauer zur AfD. Es geht um kostenlosen ÖPNV, autofreie Innenstädte, die umstrittene Bundesgartenschau 2031 und die Wuppertals Kulturszene. Privat verrät er seinen Lieblingssong,wie er seine Frau kennengelernt hat und wie er seinen Look kreiert hat (Glatze, Brille, Bart). Ein ehrliches, pointiertes Gespräch über Politik und Wuppertal.
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00:00:00: Im Elber-Talk heute.
00:00:01: Seilvatte Oberhaus, stellvertretende Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Wuppertaler Stadtrat Hauptberuflich Historiker.
00:00:08: Schönen guten Tag.
00:00:08: herzlich willkommen!
00:00:10: Danke dass ich hier sein darf.
00:00:11: Bevor es losgeht in die Sendung ein kurzer Checkin wie war deine Woche?
00:00:16: Anstrengend und trotzdem entspannend.
00:00:18: Was war das anstrengende?
00:00:20: Auf den Zug zu wachten, der nicht kommt.
00:00:22: Alles wie immer eigentlich oder?
00:00:24: Alles wie ever?
00:00:25: Wo kommen Sie jetzt gerade her
00:00:26: Von zu Hause, ich komme aus Wichlinghausen.
00:00:28: Ich hatte heute Homeoffice und einen ganz entspannten Tag.
00:00:30: Was verbindest du mit Radio Wuppertal?
00:00:33: Zugehörigkeit, ein Stück weit von Zuhause sein... ...und meistens gute Unterhaltung!
00:00:40: Sehr gut, danke schön!
00:00:41: Bitte gerne!
00:00:43: Und mit welchem Gefühl gehst Du jetzt in den
00:00:44: Elbertalk?!
00:00:46: Ich bin gespannt was kommt!
00:00:48: Ich auch!
00:00:49: Und zwar welche Antworten kommen auf meine Fragen.
00:00:51: Der Elbertalk ist das ausführliche Interview bei Radio Wuppertal jeden Freitag um fünfzehn Uhr live aus unserem Studio in der alten Elberfabrik, in Wupperteil-Elberfeld und hier als Podcast mit exklusiven Podcastbonus-Fragen für die in der Live Sendung keine Zeit mehr war!
00:01:05: Wir haben uns großfristig vor der Sendung auf ein Duge einlegt macht alles ein bisschen entspannter.
00:01:09: ich bin Michael Brockort.
00:01:11: Los geht's mit der Live-Sendung.
00:01:20: Das ist unser großes Interview zum Start ins Wochenende heute mit Salvador Oberhaus, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Wuppertaler Stadtrat Hauptberuflich Historiker.
00:01:30: Herzlich willkommen, dass du da bist!
00:01:32: Ich
00:01:32: freue mich hier sein zu dürfen.
00:01:33: Kurz vor der Sendung haben wir uns aufs Du geeinigt, macht es alles ein bisschen entspannter.
00:01:36: Wir gehen so langsam Richtung Herbst.
00:01:38: jetzt auch.
00:01:39: Wie war dein Sommer?
00:01:42: Es waren nach langer Zeit mal wieder so'n Sommer Der mir erst Entspannung ermöglicht hatte.
00:01:46: Die letzten Sommer waren doch irgendwie immer viel von Arbeit vom Politik geprägt Vor allen Dingen der letzte Sommer mit dem Oberbürgermeisterinnen- und Kommunalwahlkampf Und ich hab echt gemerkt, ich brauch mal wieder einen Tapetenwechsel.
00:02:00: Ich hatte auch letztes Jahr Urlaub aber den habe ich halt zu Hause verbracht entweder im Wahlkampf oder umso verliegend irgendwelche Dinge vorbereiten.
00:02:08: und jetzt waren wir mit der Familie, mit Schwiegereltern, Mitschweigerinnen also wirklich mit der großen Kapelle in Zeeland und haben zwei Wochen Urlaub an eine Nochzee gemacht.
00:02:19: Bevor wir in die Wuppertale Themen einsteigen ganz kurz Wahlergebnis Sachsen-Anhalt.
00:02:23: wie hat sich das für dich angefühlt am Sonntag?
00:02:26: Mir fällt gerade fast kein unflietiger Begriff dafür ein.
00:02:30: Ich war extrem konsterniert und gleichzeitig nicht ganz hoffnungslos, ob der Tatsache dass mehr als eine demokratische Partei Opposition sein kann auch wenn es meiner parteistimmen gegostet hat.
00:02:44: Woher kommt das Ergebnis?
00:02:50: In kurz würde ich sagen ist es eine Folge einer über dreieinhalb Jahrzehnte verfehlten Wirtschafts- und Sozialpolitik nach dem Untergang des Staatssozialismus.
00:03:00: Eines entfesselnden Neoliberalismus der Menschen gegeneinander ausgespielt hat, eines fortwährendem Permanenten und bis heute wieder zu neuer hybris getriebenen Klassenkampf von oben nach unten.
00:03:10: Und sowas wirkt sich dann eben halt in Verunsicherung vor Menschen aus die AfD ranholt indem sie mit Rassismus und anderen Formen von Diskriminierung versucht zu mobilisieren und das
00:03:19: erfolgreich.".
00:03:29: Da spielt der demografische Wandel auf der einen Seite echt eine große Rolle.
00:03:33: Viele Menschen, die uns noch bis zehnt zwanzig fünfzehn herum wählen konnten und wollten waren die alten menschen, die in der DDR sozialisiert waren und irgendwie immer schon links gewählt hatten oder schlicht über die pds damals dann auch zu uns gekommen sind bei uns geblieben sind.
00:03:51: Die sind irgendwann verstorben.
00:03:52: Dann hatte die Linke natürlich auch bis vor zweieinhalb Jahren echte Identitäts- und Existenzkrise gehabt.
00:03:59: Und man muss auch eins ehrlich sagen, Die Linke ist vor allen Dingen in Ballungsräumen, in den Städten stark.
00:04:07: Im ländlichen Raum fehlt es uns leider häufig Überzeugende Angebote zu machen was nicht so letzt daran liegt dass wir eben keine einfachen Antworten geben sondern versuchen Gesellschaft zu analysieren und nicht nur einfach durch ressortiments Stimmung zu machen.
00:04:21: Was auch schwierig wird in Sachsen-Anhalt ist jetzt die Regierungsbildung.
00:04:25: Also zum Beispiel, die CDU hat ja den Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Linkspartei das heißt da könnte keine Koalition entstehen.
00:04:33: was hältst du von diesem Beschluss?
00:04:35: Naja
00:04:36: noch so ein Relikt des kalten Krieges.
00:04:38: nur wäre die CDU auch nicht unbedingt meine Wunsch Ehepartnerinnen oder einer Regierung.
00:04:45: Auf der anderen Seite glaube ich, dass es echt nötig wird bei Betonung aller Differenzen die Linke aus den anderen demokratischen Parteien hat da Bündnisse zu bilden Gemeinsamkeiten in dem Vordergrund zu stellen wo's möglich ist um eine weitere Rechtsradikalisierung durch die AfD zu verhindern die nichts anderes trachtet als die Demokratie abzuschaffen Die Demokratie Verachtung par excellence betreibt.
00:05:07: Insofern ist es nicht hilfreich wenn die CDU ihren und vor allem im Beschluss der Linken gegenüber aufrechterhalten wir gleichzeitig die sogenannte Brandmauer eigentlich zerbröselt.
00:05:18: Und ich bin trotzdem davon überzeugt, dass auch in Sachsen Anhalt wenn er nicht das BSW sich als Steigbügelhalterin betätigen wird die demokratischen Parteien eine gemeinsame Linie finden werden um die AfD in ihren Einflussmöglichkeiten so gut wie möglich zu limitieren.
00:05:40: Und das wäre schon eine Mammutaufgabe, es ist auch so beängstigend genug!
00:05:44: Ja, du bist sehr politisch interessiert.
00:05:47: ja, da dem was in anderen Bundesländern passiert?
00:05:49: Wann hat das eigentlich angefangen?
00:05:51: dieses Interesse?
00:05:52: Das war schon im Elternhaus.
00:05:54: also ich komme aus einem marxistischen Elternhaus.
00:05:57: allerdings habe ich das nie als dogmatisch empfunden.
00:06:01: Ich hab's tatsächlich nie alsdogmatisch wurde sehr früh schon interessiert für historische und gesellschaftliche Zusammenhänge.
00:06:11: Aber das nicht mit dem Knüppel, so ein Interessierdich, Jungmach war draus, sondern da waren die Sachen nämlich interessierten.
00:06:16: Neben Fußball und Musik waren dort die Dinge, die mich interessierten gesellschaftlich zusammenhängen.
00:06:23: Und das hat sich dann verfestigt.
00:06:24: Ich hatte wahrscheinlich die richtigen Lehrerinnen meiner Eltern das richtige Freundesumfeld gehabt.
00:06:30: Und so gab es verschiedene ... Stationen in meinem Leben, die mich immer wieder darin bestärkt haben.
00:06:37: Ich will Historiker werden.
00:06:38: Okay, da hat
00:06:39: ja auch geklappt!
00:06:39: Gleich sprechen wir dann auch endlich über die Politik im Wuppertal.
00:06:44: Wenn jetzt bei euch im Radio Musik läuft, dann reden wir hier weiter... ich habe nämlich Fragen zum Job als Historiker bei der Rosa Luxemburg Stiftung.
00:06:51: Den Elbertalk könnt ihr euch einfach in jeder Podcast-App anhören.
00:06:54: Seil wir auf der Oberhaus heute der Gast bei Radia Wuppertaal.
00:06:57: Wir gehen weiter in den Podcast.
00:06:58: Die Rosa Luxemburg Stiftungen Bei der du arbeitest Was macht sie eigentlich?
00:07:03: Die Rosa-Luxenburg Stiftungen ist eine der großen politischen Bildungseinrichtungen in der Bundesrepublik und gehört in die Landschaft der Parteienahanstiftungen.
00:07:12: Du hast im Deutschland die Besonderheit, dass man auch als eine Konsequenz aus dem historischen Faschismus den demokratischen Parteien oder überhaupt die Parteien, die dann im Bundestag waren, die Möglichkeit eingeräumt wurde, parteinahe Bildungsträger aufzubauen.
00:07:26: Parteinah wichtig weil es keine Parteiorganisation.
00:07:30: Sie operiert halt nah, sollen aber jeweils gesellschaftliche Grundströmungen den sich die Parteien zuordnen ebenfalls zuordnend und für die im Wesentlichen politische Bildung ermöglichen.
00:07:42: Und das ist das Kerngeschäft der Rosa Luxemburg-Stiftung, die der Linken nahesteht.
00:07:49: Unsere Aufgabe ist es dort in allen politischen Fragen, die für Menschen mit uns gemeinsam Veranstaltungen machen wollen auch politische bildende Angebote zu haben.
00:08:03: Das können alle möglichen Formate sein, das ist nach wie vor noch der klassischen Vortrag mit Diskussionen es ist eine Buchpräsentation Es kann ein Theater aufführung sein es können auch schon mal eher Formate seien wo das kulturelle im vordergrund steht.
00:08:19: wichtig ist dass aus den Projekten die uns vorgeschlagen wird der politisch-bildende Charakter deutlich wird und das Debatte möglich ist.
00:08:29: Sprich, es geht uns nicht darum sich selbst zu vergewissern oder Geschweige denn zu indoktrinieren sondern wir möchten Debatte ermöglichen und auch Räume schaffen die vielleicht ansonsten nicht gegeben sind damit Menschen miteinander ins Gespräch kommen.
00:08:44: Und Debatte so wichtig als Gespräch kommt wird immer weiter vernachlässigt.
00:08:48: Historiker is dein Beruf.
00:08:49: ich sag mal bei Maurer kann man sich vorstellen was das ist.
00:08:52: Fliesenleger oder Arzhelferinnen auch noch?
00:08:55: Was macht denn ein Historiker?
00:08:58: beschäftigt sich nach wissenschaftlicher Methodik mit der Geschichte der Menschheit.
00:09:02: Okay, ja!
00:09:04: Großes Thema?
00:09:08: Ich wäre gerne als Historiker mit meinem Schwerpunkt Neuzeit, es war nämlich das neunzehnte zwanzigste Jahrhundert, dass mich interessiert.
00:09:16: die europäische Geschichte hatte mich interessieren.
00:09:18: wenn man Unter ein paar Schlagwurte packen will war das Demokratiegeschichte, Sozialismus überhaupt Ideen und Ideologie-Geschichte die mich sehr interessiert hat.
00:09:26: Geschichte der Arbeiterinnenbewegung, der ich mich immer noch zugehörig fühle aufwendig kein Nagel geradeaus in die Wand schlagen kann.
00:09:33: Ich bin halt im Kopfarbeiter.
00:09:36: Es waren Fragen von Faschismus, Imperialismus, Kolonialismus aber auch im Laufe des Studiums dann immer stärker Fragen von Erinnerungskultur und Geschichtspolitik.
00:09:47: Und am liebsten wäre ich nach meiner Promotion, die nur auch bei zwanzig Jahre zurückliegt an der Uni geblieben, wohl wissend dass das ein Haifischbecken ist im dauernden Präkariat.
00:09:58: aber ich wollte Forschung und Lehren tätig sein ja?
00:10:00: Ich habe einen Sendungsbewusstsein!
00:10:02: Ich glaube, dass Wissenschaft genau wie Bildung nur dann einen Zweck erfüllt wenn sie zur Emanzipation der Menschheit beiträgt und zu deren gesellschaftlichen Fortschritt.
00:10:13: Es war dann aber irgendwann deutlich, an der Uni ist mir das nicht möglich.
00:10:17: Dann bekam ich das Angebot von der Rosaluxenburg-Stiftung als immer in Wuppertal lebender, das Regionalbüro in Mainz mit aufzubauen und zu leiten.
00:10:27: Ich war der Stiftung schon vorher verbunden ... Und dann hab ich gesagt okay, dann fahr' ich halt nach Mainz, aber ich zieh da nicht hin!
00:10:35: Da bin mich gerade im Wuppertail mit meiner Familie etwas größer gesetzt.
00:10:39: Was hast du pendels jetzt jeden Tag?
00:10:43: Sieben Jahre lang gependelt.
00:10:45: Fast jeden Tag zwischen Mainz und Wuppertal hin und zurück, kein Witz.
00:10:48: Oh mein Gott!
00:10:49: Und weil mich das irgendwann sehr geschlaucht hatte ...
00:10:52: War's.
00:10:52: warum das denn?
00:10:53: Ja, weiß ich gar nicht.
00:10:55: Das waren noch so Zeiten als die Bahn regelmäßiger Fuhr.
00:10:59: habe ich dann irgendwann den Wechsel gestalten können hin in unser nordrhein-westfälisches Regionalbüro nach Duisburg.
00:11:07: Und da bin ich jetzt seit Anfang zwanzigsechzehntel, das heißt Ich pönde nicht mehr dauernd nach Mainz, dann sähe sich jetzt nicht hier!
00:11:12: Dann lege ich drei Stocktiefer.
00:11:13: Du hast gerade deine Promotion angedeutet?
00:11:16: Du bist Doktor Seilvar der Oberhaus.
00:11:18: wie oft wirst du mit Herr Doktor angesprochen?
00:11:21: Es kommt glaube ich älter, ich werde immer häufiger vor... Das ist mir gar nicht so wichtig dass mich alle Menschen auch mit Titel ansprechen.
00:11:29: Es gibt natürlich schon Menschen, da will ich gesiezt werden und dann auch bitte mit der kompletten Titulatur am liebsten.
00:11:37: Aber ansonsten ist es in dem Umfeld wo ich mich bewege eigentlich gar nicht üblich sich damit akademischen Ehren- und Lorbeeren anzureden.
00:11:47: Aber bei so öffentlichem Anlässen passiert das halt immer wieder und hilft auch manchmal.
00:11:51: Ja
00:11:51: ja klar Doktor, okay Der ist Doktor, ja genau.
00:11:55: Was war das Thema deiner Doktorarbeit?
00:11:58: Ich bin in erster Linie Weltkrieg I Historiker und bin eher zufällig über meine Magister-Arbeit.
00:12:05: Ich gehöre noch zu dem Jahrgang der Magisterdiplom gemacht hat.
00:12:09: Bin ich auf das Thema von Propaganda als Wunderwaffe im Ersten Weltkrig gestoßen.
00:12:18: Es hatte, so vor
00:12:19: v.o.,
00:12:19: twenty, thirty Jahren in Forschung, Zweig sich etabliert in der Geschichtswissenschaft, der sich dezidiert mit Propaganda beschäftigt hat und zwar auch Propagandavor dem Nationalsozialismus.
00:12:32: So gab es ihm eine Propagander im Ersten Weltkrieg.
00:12:35: Und dann bin ich über einen Aufsatz eines Historiker-Kollegens aus Göln, der inzwischen lange in Berlinarbeit befreundet auf das Thema der deutschen Orientpolitik.
00:12:48: und der zugrunde liegenden Propaganda-Strategie im Ersten Weltkrieg gekommen.
00:12:52: Das hatte mich so fasziniert, nämlich den Versuch Deutschlands einen heiligen Krieg in den islamisch dominierten Kolonien Frankreichs, Englerns und Russlands im Westasien und dort Afrika zu initiieren also eigentlich im ganzen islamischen Raum dem man damals so verstand.
00:13:09: da ich dachte das ist so viel größer.
00:13:11: als Superklopter können die nicht ernst gemeint haben doch meinten sie?
00:13:13: Also habe ich darüber eine Promotion geschrieben.
00:13:15: Sag ganz kurz wie lange hat es gedauert?
00:13:17: Dafür, dass ich keine Förderung hatte und die ganzen Jahre über im Pflegedienst in äußlichen Pflege mir mein Geld verdient habe war ich nach gut vier Jahren mit allem Pipapo inklusive Disputation fertig.
00:13:40: Oberbürgermeisterkandidat, was wäre jetzt anders in Wuppertal mit Oberbürgermeister Oberhaus?
00:13:47: Das ist eine gute Frage.
00:13:50: Ich glaube ich wäre auch längst im Amt angekommen.
00:13:55: Ich hätte wahrscheinlich versucht in der Verwaltung einer Kultur zu befördern die noch mehr Transparenz ermöglicht als es im Augenblick bisweilen gelingt, meine ich noch gar nicht mal sondern tatsächlich strukturbedingt, also nicht allen Vorwurf an die Kolleginnen in der Verwaltung adressiert.
00:14:18: Was ich unter anderem darin ausdrück, mein Wunsch nach mehr transparent.
00:14:22: ist das zum Beispiel?
00:14:23: Ihr habt am Montag die Ratssitzung wahrscheinlich verfolgt und die Andeutungen vom kommissarischen Kämmerer dass wir von Kollegen Orndorf, dass wir nun vielleicht doch mal alle Großprojekte wie Pina Baustandrum und Kaufhof ankaufen.
00:14:39: Wie aber auch Buga, die erstaunlicherweise gar nicht so explizit genannt wurde, aber mit gemeint war, vielleicht doch nicht in der Form zu finanzieren sind?
00:14:46: Und da hätte ich mir schon gewünscht, das nicht nur dann wenn wieder einmal ein großes Controlling ansteht des Haushalts sondern auch zwischendurch schonmal Zahlen geliefert werden.
00:14:58: Wasserstandsmeldungen Tendenzen, die kann man glaube außerhalb von Fristen erkennen.
00:15:03: Also
00:15:03: das hättest du dir jetzt gewünscht, hätt es dann auch gemacht wenn du an der Stadtspitze wärst?
00:15:07: Ja selbstverständlich und ich glaube bei allem Respekt für die Menschen wie im Team der Boge arbeiten und davon überzeugt sind dass das was Gutes wird.
00:15:17: Ich glaube, ich hätte mich echt dafür eingesetzt zu prüfen, ob man die Buga nicht bleiben lassen kann um das Geld für andere Dinge auszugeben und die Kollegen, die dort beschäftigt sind mit anderen sinnvollen Aufgaben vielleicht auch in der Stadt.
00:15:28: Gut, dann
00:15:28: sprechen wir gleich noch mal ganz ausführlich darüber wie zufrieden bist du mit Oberbürgermeisterin Miriam Scherf im Job?
00:15:34: Ich glaub sie macht echt eine ganz gute Figur!
00:15:37: In vielen Dingen, die sie tut.
00:15:39: manchmal würde ich mir wünschen oder lasst mich jetzt anders anfangen.
00:15:44: Wir als Linksfraktion und ich persönlich unterstützte sie in den Punkten, wo es darum geht eine solidarische inklusive auf Nachhaltigkeit hin entwickelte Stadt auch zu ermöglichen.
00:15:53: Und ich glaube da ist in Ihrem Wupperteilplan auch einiges am Punkten drin, wo wir anschussfähig sind und auch aktiv unterstützen wollen.
00:16:00: Und gleichzeitig würde Ich mir von Miriam wünschen dass Sie Auch wenn sie ganz anders dann möchte als uewe Schneidewind der eigentlich nie in der Öffentlichkeit so richtig zu sehen war vielleicht auch Ab und zu mal noch klarere Kante auch in der Öffentlichkeit zeigen.
00:16:15: Auch in der Verwaltung vielleicht noch Entscheidungen viel deutlicher und intensiver, als ich es zumindest nachverfolgen kann durchsetzt.
00:16:25: Du
00:16:25: hast gerade die Ratsitzung am Montag angerissen.
00:16:29: Christian Wolf ist zum Kamera gewählt worden.
00:16:31: Die Links-Praktion hat sich enthalten.
00:16:33: Was ist der Grund dafür?
00:16:36: Na, ich finde die Enthaltung ermöglicht Christian Wolf durchaus auch mit unserer Unterstützung in seinen Job zu kommen.
00:16:44: Wir sind genauso wie er es umgekehrt signalisiert hat an einer guten Zusammenarbeit interessiert.
00:16:50: aber nur weil wir ihn für fachlich kompetent halten findet man ja nicht immer gleich politisch die Schnittmengen wo du sagst wow der Mann ist unserer.
00:17:02: Wir müssen da jetzt unbedingt mit voller Unterstützung, deshalb auch Mitjahrstimme ran.
00:17:08: Wer weiß wie es ist wenn er einst verlängert?
00:17:11: Auch wir lassen uns ja überzeugen und überdenken unsere Position bisweilen.
00:17:15: Aber in dem Zusammenhang wäre mir noch wichtig zu erwähnen Und das geht gar nicht gegen den zuletzt gewählten Kämmerer oder Den im Frühjahr gewählen Kultur- und Ordnungsdezern Händen
00:17:25: Da hat der dagegen gestimmt Da
00:17:26: haben wir da gegengestimmt weil da waren wir auch tatsächlich vom Ansatz nicht überzeugt den Lippewaßenfels präsentiert hat.
00:17:34: Das ändert sich aber vielleicht auch, das schließen wir nicht aus, haben wir eben auch damals so gesagt.
00:17:39: Ich würde mir wünschen was Berufungsverfahren zu solchen politischen Spitzenämtern angeht und zwar nicht nur für Wuppertasern insgesamt dass die Verfahren nicht nur noch transparenter werden.
00:17:50: Ja es gibt Berufungskommissionen die sind wichtig ja bis übrigens lange nicht.
00:17:55: Die sind wichtig Sondern Berufung.
00:17:58: aber unter Umständen absurdum führt, ist der Fraktionsvorbehalt der Mehrheitsfraktion.
00:18:03: Wenn also die Mehrheits Fraktion in einer Kommune sagt wir wollen Person X und Y und den wollen wir einfach durchsetzen macht politische Interessen schlicht und ergreifend Und er wird dann auch durchgesetzt.
00:18:14: im Zweifel auch gegen das bessere Argument.
00:18:16: Ich bleibe jetzt bewusst sehr allgemein und abstrahiere vom Wuppertaler Verhältnissen.
00:18:22: Dann hilft es nicht unbedingt immer die geeigneten Leute zu finden.
00:18:26: Und da wäre ich echt auch dafür, dass wir in Wuppertal uns im Vorfeld zusammensetzen.
00:18:31: Sei es bei der Besetzung von Spitzenpositionen, sei es aber auch beim Aushalten von Haushalten.
00:18:35: wenn man die demokratischen Fraktionen von Anfang an mitnimmt und nicht nach dem Motto friss oder stirbs sagt spielt unser Spiel mit!
00:18:42: Das
00:18:43: ist nicht okay.
00:18:43: Wir gehen noch kurz in den Podcast, um einmal kurz den Menschen kennenzulernen.
00:18:47: Ich hab so über dich nachgedacht als ich wusste du kommst zu uns in dem Podcast und die Sendung der Simpsons Erfinder ne?
00:18:52: Der hat gesagt meine Figuren an sowas kommt!
00:18:55: Die haben alle so eine Silhouette dass man die von weitem erkennen kann.
00:18:57: war einmal drauf gucken.
00:18:59: Bei dir is das ja auch so ne?
00:19:00: Also oben sehr wenig Haare aufm Kopf also sehr glatt rasiert und der lange Bart unter der auffällige Brille.
00:19:06: War das eigentlich eine bewusste Entscheidung oder hat sich das so ergeben?
00:19:13: Und mein Äußeres hat sich wirklich über Jahrzehnte entwickelt, aber immer aus einer totalen Überzeugung heraus.
00:19:22: Also es fühlte sich fast natürlich an.
00:19:24: Ich hab auch äußerlich als Punk begonnen irgendwie mit vierzehn, fünfzehn Jahren ... Mit irozerrissenen Klamotten.
00:19:31: alles war das eben halt so braucht.
00:19:33: Das tat ich damals schon aus Überzeugungen und ... Als die Haare dann oben weniger wurden, da ging bei mir schon so mit ... Ende zwanzig allmählich los.
00:19:45: Gibt es manchmal?
00:19:45: Da hatte ich keinen Bock mehr auf irgendwelche extrovertierten Versuren, wollte nichts mehr machen und hatte auch über Jahre alles mögliche mit Farben und Styles durchprobiert gehabt.
00:19:53: Dann kam der Mars halt eine Glatze draus.
00:19:55: Dann viele Jahre Kotleten getragen.
00:19:57: Dann dachte ich mir irgendwann, lasst doch mal einen Vollbad wachsen, was echt ein jahrelanger Züchtungsbesuch ist.
00:20:03: Bis ich den richtigen Barbier gefunden hab, der mir bis heute die Haare pflegt.
00:20:09: Und dann ... Müsste ich vor zehn Jahren halt auch Brille tragen, doch im Event schon brüllt dann auch eine die zum Gesamtstil passt.
00:20:18: Und so ist aus mir der äußerliche Typ geworden, der ich heute bin irgendwie immer authentisch
00:20:24: und aber auch also unverwechselbar.
00:20:25: das ja auch ein Vorteil vielleicht ne?
00:20:27: Ja
00:20:27: du kannst dir vielleicht vorstellen wie häufig und ich verstehe tatsächlich nicht warum mich die Menschen ansprechen die mich nicht kennen Ey, bist du Sissy Top?
00:20:34: Magst du Sissi Top?
00:20:35: und nein ich mag Sissitop wirklich gar
00:20:36: nicht.
00:20:37: Okay das tut mir leid!
00:20:39: Du bist ja auch außergewöhnlich seit dreißig Jahren mit deiner Frau zusammen.
00:20:44: Als junge Leute kennengelernt... wie war das als ihr euch kennengelernet habt?
00:20:47: die Umstände?
00:20:50: Unerwartet würde ich sagen.
00:20:52: Ich kam gerade aus einer Beziehung ein halbes Jahr vorher und war noch nicht wieder auf der Suche nach irgendwie beziehen sondern im Gegenteil eher so meine Freiheiten genossen.
00:21:03: Und dann traf ich mich mit meiner damals guten Freundin und dem Bruder, meiner heutigen Frau, mit dem ich auch vorher schon befreundet war.
00:21:13: Also Danny und ich wir kannten uns vorher schon plüchig vom Seen her aber wir haben da nichts zu tun.
00:21:17: Ich habe mir den Wort gewechselt.
00:21:19: Na und dann saßen wir über eine gemeinsame Aktivität häufiger mal zusammen länger zusammen oder hatten wir fast schon kitschlich ne richtig lange Kennenlernphase gehabt Bis wir dann festgestellt haben, vielleicht ist halt doch mehr als sich einfach nur kennenlernen zu wollen und wieder so mit allen Höhen und Tiefen und sich manchmal am liebsten gegenseitig in Kleiderschrank stellen wollen.
00:21:41: Hält über zwanzig Jahre sind wir inzwischen auch verheiratet.
00:21:45: Hält das Ganze?
00:21:47: Irgendeine Grundlage haben wir ja offenkundig.
00:21:49: Und vier Kinder haben zwei wunderbare Eltern.
00:21:51: Hoffentlich!
00:21:54: Dann gehen wir noch mal in die Live-Sendung.
00:21:56: Meine Gäste bringen immer einen Song mit, der ihnen was bedeutet, mit dem sie etwas verbinden und du sagst bitte schön Die Ärzte Deine Schuld.
00:22:04: Dann sage ich jetzt die Ärzten und deine Schuld.
00:22:05: Aber sag kurz warum.
00:22:07: Warum?
00:22:08: Weil es ein Song ist, der aufrüttelt bis heute Und auch weiter dazu auffordern soll den eigenen Hintern hochzukriegen, um die Verhältnisse, die im Augenblick die Welt offenkundig in den Abgrund treiben vielleicht doch noch zu durchbrechen und zu verhindern.
00:22:22: Achtet auf den Text!
00:22:23: Die Ärzte Deine Schuld.
00:22:34: Nur deine Schuld wenn sie so
00:22:37: bleiben... Die Ärzte Deine Schuld für Seiver der Oberhaus.
00:22:43: Das ist so Punkmusik.
00:22:44: also jetzt im weitesten Sinne ist das so dein Ding?
00:22:47: Ja, das ist mein Ding.
00:22:50: Und auch da kam ich irgendwie eher zufällig zu.
00:22:54: So im Alter von zwölf, dreizehn war ich.
00:22:58: Waren wir auf Klassenfahrt gewesen in Warstein?
00:23:03: Na ja muss ich dreizehnt gewesen sein.
00:23:05: Auf der Brauerei-Besichtung gemacht?
00:23:06: Ja dafür war noch ein bisschen zu jung aber ich erinnere mich noch wie was so ein paar Jungs die Klassenlehrer gefragt haben können wir da auch in die Brauerei.
00:23:11: Oh nee war gar nicht.
00:23:14: Ich habe auch nichts verpasst wie Jahre später feststellt.
00:23:16: und gut.
00:23:21: In einem der Mädchenzimmer ausgerechnet, auch noch eine CBS-Kasette.
00:23:28: Eine selbstaufgenommenen.
00:23:29: Und da war drauf ... Die Ärzte ist das alles!
00:23:33: Hatte vorher mit den Ärzten noch gar keine große Berührung?
00:23:36: Ich hab mir so ein ... Ahaa die erste allgemeine Verunsicherung Michael Jackson und alles was damals in den Schatz war.
00:23:42: Klassischer
00:23:42: Achtiger Papier.
00:23:43: Nebster hat mein Vater mir einen Impfter Beale Stones.
00:23:46: Na klar.
00:23:48: Aber er hat mehr.
00:23:49: so der klassische ... Acht-Segapop, auch die Pechmuti.
00:23:51: Bis heute sehr markend gehörten da Masse zu oder die Pet Shop Boys und dann hatte ich halt dieses Ärzte Tape, das ich heute immer noch besitze.
00:24:01: Was war tatsächlich so eine Art Erweckungserlebnis?
00:24:03: Ich hab es ein paar Tage später zu Hause an erstes mal hören können und war sowas von geflasht.
00:24:08: Und dann habe ich mir die nächsten Jahre alles an Ärztszeug gekauft was du tun konntest.
00:24:12: und als ich mich darüber mehr für punkrock musikalisch nicht nur in Sachen Haltung interessiert habe, ist ja vor allen Dingen auch ne Haltungsfrage habe ich mich auch für die, ich muss sagen, härteren Gangarten von Punk zu interessieren begonnen.
00:24:28: So dass ich seit Jahrzehnten ja nur auch inzwischen vor allen Dingen Hardcore gerne höre den Hardcore-Punk der frühen achtziger Jahre vor allem die Hamburger Schule Benz wie Slime Ratziya Später dann Dackelblut.
00:24:42: Damals noch angeschissen eigentlich?
00:24:44: Ich weiß gar nicht, ich will es gar
00:24:44: nicht zu sehr.
00:24:46: Laut digitalen Musik, da sind wir froh, dass du uns die Ärzte heute mitgebracht hast an dein Song.
00:24:49: Da hab' ich auch
00:24:50: und drückst dich auf eure Hörer in den Gitarren.
00:24:52: Vielen Dank dafür!
00:24:53: Lass uns kurz mal zurückgehen in den Stadtrat oder in die Politik der Linkenspartei.
00:24:58: Du bist ja verkehrspolitischer Sprecher ne?
00:25:01: Deinen großen oder euer großer Wunsch oder eine Idee wäre kostenloser ÖPNV in Wuppertal, das wir alle umsonst Bus-und Schwebebahn fahren können... Warum macht das eigentlich keiner dieses Konzept?
00:25:14: Es gibt ja schon Kommunen außerhalb Deutschlands, die das versuchen.
00:25:21: Ist zum einen immer eine Frage des politischen Willens.
00:25:24: wollen wir um den Individualverkehr einzuschränken und dass im Sinne einer sozial-ökologischen Nachhaltigkeit den öffentlichen Personennahverkehr fördern nach Möglichkeit oder was bleiben lassen.
00:25:38: Dann hast du verschiedene Instrumente dazu Auch in so einer Stadt mit der Topografie wie Wuppertal.
00:25:42: Und ein kostenfreier ÖPNV, den wir perspektivisch wollen ... Oder musst du mal einen politischen Gewollsein von den Mehrheiten?
00:25:50: Vor
00:25:50: allen Dingen bezahlt werden!
00:25:51: Und er muss bezahlt wird und da musst du die Möglichkeiten schaffen darüber nachdenken, wie man denn im Haushalt Mittel zur Verfügung stellt.
00:26:01: unter Bedingungen und von Haushaltssicherungskonzepten ist wahrscheinlich gerade eine ganz schlechte Phase kostenfreien ÖPNV einzurichten.
00:26:11: Aber andererseits auch warum?
00:26:13: Warum soll man jetzt nicht die Grundlagen dafür schaffen, zunächst möglichst kostengünstig und dann irgendwann auch kostenfrei Nahverkehr anzubieten?
00:26:23: Individualverkehr hast du gerade auch angedeutet.
00:26:25: das heißt also wir alle mit dem Auto so autofreie Innenstädte und so wäre auch was, was ihr euch vorstellen könntet.
00:26:30: Ja klar!
00:26:31: Und da wie groß ist denn da der Widerstand?
00:26:33: Da sehe ich sie doch jetzt schon.
00:26:35: Naja, ich glaube es ist tatsächlich eine Frage auch von Vermittlung.
00:26:38: Noch ein Gedanken zum kostenfreien ÖPNV?
00:26:40: Wir können natürlich als Kommune darüber nachdenken das Umlage zu finanzieren und wenn du dem Menschen sagst hey wir tun's für ne sozial-ökologisch nachhaltig sinnvolle Sache sind die Menschen vielleicht auch bereit dafür eine Abgabe zu zahlen.
00:26:57: aber auch das muss natürlich wie immer bei Gebühren sozial gerecht gestaffelt sein.
00:27:02: Und was das Thema autofreie Innenstädte angeht oder auch Verkehrsberuhigung, oder auch Parkraumkonzepte.
00:27:08: Ich denke ich hatte vorhin schon mal einem anderen Zusammenhang gesagt wenn man sich mit den Menschen zusammensetzt und darüber diskutiert warum es wichtig ist unter welchen Bedingungen Mehr Straßen vor Kehrs beruhig werden können, zu Fahrradstraßen gemacht werden können.
00:27:24: Warum ein Lorenzius-Platz auch noch an anderen Stellen in Wuppertal möglich ist?
00:27:29: Weil es die Lebensqualität der Menschen echt verwenden kann!
00:27:32: Wie schön ist es da draußen zu sitzen ohne Autos oder auf dem Lorenzusplatz?
00:27:35: Ja
00:27:36: natürlich und Autos müssen doch verdammt nochmal nicht überall Vorrang haben.
00:27:39: Eher aber wo so eine Leute parken wie soll man zu den Geschäften kommen?
00:27:43: Hör ich Sie dann?
00:27:43: Genau
00:27:44: vielleicht einfach mit dem ÖPNV in die Innenstädte fahren Oder aber auch Pagan Ride, ein ganz altes Konzept.
00:27:51: Aber scheint ja noch zu funktionieren wenn die Bahn der fährt und so gut halt jetzt einfach mal das Auto stehen lassen und vielleicht ein paar Schritte zu Fuß gehen.
00:28:01: also Wuppertal ist ja trotz seiner Topografie immer auch eine Stadt der kurzen Wege.
00:28:07: paar Schritte laufen, ist auch gut fürs Herz.
00:28:09: Also ich habe das Gefühl du musst da noch sehr viel Überzeugungsarbeit leisten bei den Wuppertalerinnen und Wuppertaaler.
00:28:14: Wir gehen kurz in den Podcast.
00:28:15: Du bist ja auch kulturpolitischer Sprecher der Fraktion.
00:28:18: Was magst du an der Kultur in Wupperteil?
00:28:22: Ich mag ihre Vielfältigkeit, ich mag ihre Quirligkeit Und ich mag ihr... Resilienz ihrer Erhaltung, sich auch unter widrigsten Bedingungen immer wieder selbst zu behaupten und das nicht zuletzt auch gegen Widerstände aus Verwaltung und Politik mit der gemeinsam sie versucht sich zu entwickeln.
00:28:46: Was fasst du alles in den Kulturbegriff?
00:28:52: Also tanzt der Arta so was natürlich.
00:28:54: Ja,
00:28:54: ich habe nach einer allgemein gündigen Formel gesucht aber weil Kultur ja im Prinzip alles ist.
00:28:59: versuch mal den Begriff zu definieren ist wie ein Pudding an die Wandnage Weil im prinzip jedes menschliche Erzeugnis ein kulturgut ist.
00:29:06: So und Kultur ist etwas was Menschen schaffen.
00:29:08: Und ja dazu gehört für mich dass die großen institutionen wie pina bausch Wie die opera wie die wuppertaler bühnen als solche kleine schauspiel aus.
00:29:17: dazu gehört das tikt dazu gehören sowieso die theater in wupperteil dazu gehört aber nicht zuletzt, und dafür habe ich besonders Herrn Herzblut übrig die Landschaft rund um die freie Szene.
00:29:28: Die sich immer wieder dahingehend behaupten müssen dass überhaupt die Bedingungen geschafft werden können das eigene Präkariat aufrecht zu erhalten wenn man sich überlegt welch unglaublich wichtige Arbeit die vielen Kulturproduzentinnen in Wuppertal leisten im Sinne einer vielfältigen, bunten demokratischen Stadtgesellschaft.
00:29:49: Und welche hören Sie immer wieder überwinden müssen?
00:29:54: Fürs nächste Jahr stehen gerade die Haushaltsberatungen an
00:29:58: bzw.,
00:29:59: die Förderanträge in der freien Szene sind demnächst einzureichen und jedes Mal muss darüber gekämpft werden ob Institution X nochmal zehntausend Euro oder hunderttausend Euro bekommt oder nicht.
00:30:08: und ich frage mich mal worüber diskutieren wir denn hier?
00:30:10: Wir sprechen davon, dass dem Menschen Angebote gemacht werden sollen.
00:30:13: Dass ein demokratisches Gemeinwesen funktioniert und gleichzeitig legen wir die Kette dran?
00:30:18: Die Kettensäge dran kann doch nicht wahr sein!
00:30:22: Und so versuche ich ... Ich sehe meine Aufgabe da als Netzwerker.
00:30:25: Ich habe zu unterschiedlichen Spaten von Kultur unterschiedlich intensive Zugänge aber ich kann alles anerkennen.
00:30:30: Ich bin nicht der große Besucher von Sinfoniekonzerten, kann aber trotzdem sagen toll war der Macht.
00:30:35: Ja
00:30:36: auch mal ja, genau.
00:30:37: Also versuche gemeinsam mit den Akteurinnen in der Szene das Bestmögliche für sie an Bedingungen rauszuholen, im Politik und Verwaltung.
00:30:46: Dafür ist ja Politik auch da?
00:30:47: Ja, dafür
00:30:47: sollte Politik nach Möglichkeit da sein!
00:30:49: Dann gehen wir noch einmal in die Live-Sendung.
00:30:51: Bundesgartenschau, zwanzig einunddreißig.
00:30:54: ne was fühlst du wenn ich das sage?
00:30:57: Eine gewisse Ratlosigkeit.
00:30:59: eine Ratloskeit weil ich immer noch den Eindruck habe dass ein Projekt durchgesetzt werden soll und jetzt zunehmend auf den letzten Drücker, weil Antragsfristen so allmedisch im Ende entgegen gehen und damit Förderkulissen entweder kommen können oder eben nicht für ein Projekt das ich für nicht hinreichend durchdacht halte.
00:31:25: Ich hatte es vorhin schon mal gesagt, ich sehe das Herzblut und das Engagement mit dem die Mitarbeiterinnen der Burgergesellschaft sich einsetzen.
00:31:33: Und das ist völlig anerkennenswert.
00:31:34: und gleichzeitig bin ich immer noch der Auffassung, dass diese Buga eine Kopfgeburt ist.
00:31:39: Was muss denn auch besser werden?
00:31:41: Na es hätte... Unser Slogan war ja vor einigen Jahren Buga so nicht!
00:31:45: Wir sind ja nicht gegen eine Bundesgarnenschau die tatsächlich größere Teile Wuppertals auch sozial-ökologisch nachhaltig entwickelt.
00:31:53: Wuppertaal ist ne sehr grüne Stadt.
00:31:55: was macht die Lebensqualität aus?
00:31:56: und da finde Strukturen zu entwickeln, die das auch langfristig aufrechterhalten.
00:32:01: Wenn er dann aber sieht was daraus geworden ist, was mit dem Investor vereinbart ist ein kleines Areal Infowinkel wo man fast den Eindruck haben könnte Die öffentliche Hand entwickelt privaten Investoren ihre Liegenschaften Dann gleichzeitig und das ist unsere Hauptkritik eine Brücke gebaut werden soll.
00:32:19: Deren Verkehrlicher nutzen, ich will mal sagen, zumindest noch nicht nachgewiesen ist von der Ökobilanz
00:32:23: ganz
00:32:24: abgesehen und den Kosten die damit verbunden sind.
00:32:26: Und ne Seilbahn ... Mein lieber Mann, die ich ebenfalls für verkehrspolitisch nicht sinnvoll halte auch wenn mir jetzt Verkehrspolitiker in ein insbesondere mein lieber Kollege Timur Schmidt von den Grünen das Gegenteil erzählen wird warum diese Seilbahn total wichtig ist.
00:32:42: es ist vielleicht nice to have aber ich glaube sie ist verkehrlich echt entbehrlich.
00:32:45: Und so glaube ich, dass die Risiken vor allen Dingen die finanziellen Risiken für die Stadt auf Dauer größer sind als der kurzfristige Nutzen.
00:32:54: Den wir von dieser Buga haben
00:32:56: und auch nicht die Investition in die Stadt, in die Struktur durch Fördergelder usw.. Das zieht auch nicht als Argument bei dir?
00:33:04: Ich sehe das was im Rahmen vom Buga Plus läuft und eigentlich gar nicht wirklich Vertragsgegenstand ist in der Förderkulisse.
00:33:12: da sind sinnvolle Sachen dabei ja Im Wuppertal auf Westen, wenn ein Stück weit soziale Infrastruktur, kulturelle Infrastruktur geschaffen wird.
00:33:21: Das ist ein Zür-Plü, darüber kann man sich freuen, es aber immer noch nicht nachhaltig und wiegt meines Erachtens auch nicht die Kosten und Risiken auf, die wir haben im Zusammenhang vor allem mit den Großbauten.
00:33:33: Und was mich da besonders ärgert ist das hier ich sprach vorher mal von transparentem Verwaltungshandeln schwer den Eindruck ohne jetzt hier ins Detail gehen zu wollen und so können, dass der Öffentlichkeit nicht alle Informationen unmittelbar mitgegeben werden die vielleicht wichtig wären um einzuschätzen was von dieser Buga zu halten ist.
00:33:57: Letztlich und dann würde ich mir tatsächlich nicht vor Schaden freude die Hände reiben werden wir auch, wenn es jetzt demnächst um Haushaltsanpassungen gehen nochmal genau hingucken müssen.
00:34:07: Nicht nur was ein Pina Bauchzentrum kostet, sondern welche finanziellen langfristigen Risiken mit der Bundesgarabenschau verbunden sind.
00:34:17: Wir wollen nicht so negativen Anführungszeichen rausgehen.
00:34:20: Was läuft gut in der Wuppertaler Politik gerade?
00:34:23: Was gut lief war... das ist glaube ich auch ganz unbescheiden gesagt Unserem Handeln mit zu verdanken, dass der gegenwärtige Haushalt wesentlich weniger schlimm ausfiel als es so nächste vermuten war.
00:34:39: Sprich uns war's gelungen noch in den Haushaltsentwurfreien zu verhandeln das zum Beispiel für die Kultur Szene mehr Mittel als zunächst vorgesehen freigegeben wurden eingerichtet worden.
00:34:51: Das auch im sozialen Bereich mehr Dinge möglich waren als es zunächst möglich schien.
00:34:57: Was ich als nach wie vor hoffnungsvoll empfinde, ist dass Miriam Scherf einen Ansatz will mit den demokratischen Parteien gemeinsam ein Wuppertalplan zu entwickeln.
00:35:07: Der ihm halt viele Punkte beinhaltet... Ich bleibe bei Stichwort Klimagerechtigkeit, sozialer Nachhaltigkeit die wir auch für vernünftig und sinnvoll finden erachten und würden uns wünschen da kämen bald dann noch die nächsten Schritte damit man konkreter in die Umsetzung.
00:35:23: Noch schnell?
00:35:24: Ein letztes Mal im Podcast Das war der Elber-Talk.
00:35:27: Wie wars?
00:35:28: Angenehm was, hab auch nichts anderes erwartet!
00:35:31: Wir haben so viel erfahren.
00:35:32: das war sehr spannend.
00:35:33: Auch mal deine Sicht auf die Politik und in die Stadt zu sehen.
00:35:37: würdest du den Elber Talk weiter empfehlen?
00:35:39: Ja selbstverständlich
00:35:41: So, sehr gut.
00:35:41: Und wo geht's jetzt für dich?
00:35:43: direkt von hier hin.
00:35:44: Ich gehe jetzt ins Beaters & Kekse mit meiner Tochter am Bier trinken.
00:35:47: freue mich morgen auf den CSD und übermorgen auf den Tag des offenen Denkenhals.
00:35:51: Dann danke dass Du da warst.
00:35:52: Danke gerne.
00:35:53: Der Elbertalk ist eine Sendung von Radio Wuppertal, jeden Freitag um fünfzehn Uhr live aus unserem Sendestudio in der alten Elbarfabrik in Wupperteil-Elberfeld.
00:36:02: Wir wiederholen die Sendungen sonntags um zwölf Uhr und jeden Montag um achtzehn.
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