ELBA-Talk Die Krawatte
Shownotes
Was passiert da eigentlich im Heckinghauser Stadtteilzentrum "Die Krawatte" - darüber sprechen wir mit Leiterin Dorothee van den Borre und mit dem ehrenamtlichen Mitarbeiter Stefan Kühn. Jede Woche treffen sich bis zu 700 Menschen in der ehemaligen Krawattenfabrik für viele Projekte und Aktionen. Rund 100 Ehrenamtliche unterstützen Die Krawatte. Wir hören, warum es bei so vielen Nationalitäten, Hintergründen, Religionen und unterschiedlichen Ansichten immer friedlich bleibt. Und warum gemeinsames Essen da eine wichtige Einrichtung ist.
Transkript anzeigen
00:00:00: Der Elber-Talk, das ist das ausführliche Interview bei Radio Wuppertal jeden Freitag um fünfzehn Uhr live aus unserem Studio in der alten Elberfabrik in Elberfeld und hier als Podcast mit exklusiven Podcastbonus Fragen für die in der Live Sendung keine Zeit mehr war.
00:00:16: Ich bin Michael Brokkort und heute sind meine Gäste Dorothe Van Den Borre Leiterin der Krawatte im Hackinghausen und Stefan Kühn Ehrenamtlicher Mitarbeiter der Kravatte in Hackinghause.
00:00:27: Schönen guten Tag herzlich willkommen!
00:00:28: Hallo
00:00:29: Hallo!
00:00:29: Dorothee,
00:00:30: wie war die Woche?
00:00:31: Ganz buddend turbulent und es hat unheimlich viel Spaß gemacht.
00:00:35: Sprechen wir gleich drüber Stefan, wie bei deine Woche?
00:00:38: Turbulent, bunt und vielfältig.
00:00:40: auch für die Krawatte ließ sich manches machen, Pressemitteilungen schreiben, Kontakte knüpfen Ideen mit Dorothe aushecken.
00:00:46: also das war eine super Woche.
00:00:48: Das hört sich sehr gut an.
00:00:49: Dorothey wo kommst du gerade her?
00:00:50: jetzt in diesem Moment?
00:00:52: Ich komme direkt von der Krawathe.
00:00:54: da haben wir ein ganz spannendes Format mit Kindern Demokratie einüben in einem kleinen Escape Room und das haben wir gerade umgesetzt.
00:01:03: Und mit den Kindern erfahren, dass Vielfalt und das Zusammenleben Manchmal schwierig, aber auf jeden Fall Bereichern sein kann.
00:01:11: Ihr habt so viele tolle Projekte.
00:01:12: werden wir gleich noch drüber sprechen?
00:01:14: jetzt bist du bei Radio Wuppertal im Studio.
00:01:15: was verbindest Du mit radio Wuppertaal?
00:01:18: Ich bin immer wieder ganz erstaunt.
00:01:19: ich war schon mal hier und wie viel Leute Radio Wupertal hören und mit welchem großen ja wieviel Menschen wir erreichen können dadurch dass wir bei euch zum Beispiel zu Besuch sind
00:01:31: Sogleich in Elber Talk.
00:01:33: Was erwartest Du davon ?
00:01:34: Tatsächlich finde ich es toll Wenn es möglich ist, das was die Krawatta auszeichnet.
00:01:40: Diese Hoffnungsgeschichte, dass Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher nationaler Herkunft, unterschiedliche Religionen zusammen etwas für das Quartier bewirken können wenn wir diese Botschaft nach Wobertal bringen?
00:01:54: Es ist so ein... Das habe ich zu den Anderen so ein schöner friedlicher Ort da bei euch.
00:01:57: Da sprechen wir nachher auch noch mal ausführlich drüber.
00:02:00: Stefan wo kommst du jetzt gerade her?
00:02:02: Ich bin ja seit einiger Zeit Rentner, deswegen komme ich von zu Hause.
00:02:06: Ich habe allerdings keinen Mittagsschlaf gehalten und jetzt kommt die Sensation, obwohl ich Rentner bin war ich heute Vormittag nicht beim Arzt!
00:02:14: Ich war heute Mittag beim Tag der Menschen mit Behinderung, der jetzt heißt Wuppertal barrierefrei also ein ganz großes inklusives Fest auch eine wichtige Facette der Arbeit der Krawatte.
00:02:25: das passt also wunderbar zusammen.
00:02:27: Als
00:02:27: du noch nicht Rentner warst, warst du ja häufiger auch mal beruflich bei uns bei Radio Wuppertal.
00:02:31: Was verbindest du mit uns?
00:02:33: Ich will es mal so formulieren.
00:02:34: Radio Wuppertal, das ist die Stimme von Wuppartal!
00:02:38: Ihr seid aber auch oft der Motor für Wupportal und ihr seid das Herz von Wippertal weil ich immer wieder erlebe mit welcher Liebe zu Wuppertaal ihr die Themen dieser Stadt annimmt wie er aber auch kritisch den Finger in die Wunde legt.
00:02:50: genauso was brauchen wir?
00:02:52: deswegen gibt's offenzu bin ich Stammhörer nicht nur früher berufsmäßig gewesen sondern jetzt auch noch aus Leidenschaften.
00:02:58: So viel Lob hier direkt am Anfang.
00:02:59: Wie schön.
00:03:00: Was erwartest du vom Elbertalk?
00:03:02: Erstens einfach ein nettes, locker-flockiges Gespräch und die Hoffnung, die ich mitbringe.
00:03:07: Dass die Lorettee und ich unsere Begeisterung, die wir für diesen Ort haben rüberbringen können.
00:03:12: Ich habe oft formuliert... ...ich war ja jetzt schon sehr oft in der Krawatte Aber jedes Mal bin ich glücklicher nach Hause gegangen als ich gekommen bin.
00:03:21: Und wenn man bisschen von diesem Spirit, von diesem Geist erzählen kann, rüber bringen können Das wäre der Hammer.
00:03:27: Da
00:03:27: freue ich mich auf das Gespräch.
00:03:29: Wir gehen rein!
00:03:29: In die Leitzendung.
00:03:38: Das ist unser großes Interview
00:03:40: bei Radio Wuppertal.
00:03:41: Heute meine Gäste Dorothe Van Den Borre und Stefan Kühn von der Krawatte.
00:03:45: Dorothe, die Leiterin der Kawatte?
00:03:47: Was war so die letzte Chefinenentscheidung, die du treffen musstest?
00:03:52: Wir treffen eigentlich immer die Entscheidungen im Team.
00:03:54: Tatsächlich ist das das Besondere der Krawatte, dass wir zusammen ganz demokratisch überlegen was wir machen und was wir nicht machen.
00:04:02: also von daher treffe ich ganz wenige Entscheidungen alleine Und
00:04:05: beheitlich.
00:04:06: oder gibt es da einen der dann am Ende sagt so machen jetzt.
00:04:09: Also tatsächlich ist es so, dass wir so begeisterungsfähig sind wenn wir Ideen vorschlagen.
00:04:14: Dass alle anderen mit einstimmen.
00:04:16: also von daher gibt es selten Gegenstimmen.
00:04:18: und Stefan is ehrenamtlicher in der Krawatte.
00:04:21: du warst vierundzwanzig jahrelang sozialdezernend im Rathaus einen Job mit viel Verantwortung.
00:04:25: wie fühlt sich das jetzt an hier?
00:04:26: So als Ehrenamtliche Vorgestellt zu werden?
00:04:29: Total
00:04:30: gut.
00:04:30: Denn das habe ich schon seit meinem vierzehnten Lebensjahr gemacht, mich ehrenamtlich zu engagieren.
00:04:35: Das sage ich seit über vierzig Jahren, seit ich hier in Wuppertal bin oder was völlig natürlich wenn die Arbeit nicht mehr ist dann kommt wieder das Ehrenamt und das genieße ich total und es macht einfach Spaß!
00:04:46: Und was machen die da in der Krawatte?
00:04:48: wer kommt dahin?
00:04:49: wiegut ist das für Hackinghausen?
00:04:51: darüber sprechen wir heute im Elbertalk.
00:04:53: Hier ist gerade Wuppertaal.
00:04:54: Ich bin Michael Brockort Der Elba Talk bei Radio Wuppertal, heute unser Thema die Krawatte.
00:04:59: Das Begegnungszentrum in Hackinghausen.
00:05:02: Dorothea Vannembore ist da.
00:05:03: Die Leiterin und Stefan Kühn, der da ehrenamtlich arbeitet und wir kennen uns aus anderem Zusammenhang.
00:05:08: deswegen sagen wir du heute Nachmittag Dorotheae die Kravatte.
00:05:11: was ist denn das genau?
00:05:12: Die Krawatte ist tatsächlich ein Begegnungs- und Bildungszentrum, eine ehemalige Krawattenfabrik hat durch die beiden Träger SKF Bergesland und Evangelische Kirchengemeinde neues Leben bekommen.
00:05:26: Jetzt ist es ein Ort der Hoffnungsgeschichten schreibt.
00:05:29: Ein Ort an dem wöchentlich siebenhundert Menschen kommen, hundert Ehrenamtliche tätig sind über vierzig Projekte stattfinden – an den Menschen ihre Begabungen, ihre Fähigkeiten für das Quartier einsetzen können.
00:05:44: Aber
00:05:45: was macht ihr da genau?
00:05:46: Wir machen so viel dass es die Radiosendung sprengen würde also von Bildungsangeboten für Kinder von null bis zwölf ein Waldpädagogisches Projekt Sport, Kultur, Kunst aber auch eben ein Ort an dem Menschen einfach zusammenkommen miteinander ins Gespräch kommen.
00:06:07: Im Moment sind wir dabei auch gerade alte Menschen im Altenheim das Leben an ist mit einzubeziehen also wirklich Generations- und Kulturübergreifen zu... ... miteinander unterwegs zu sein.
00:06:18: Bei
00:06:18: dir hat es ja quasi angefangen vor zehn Jahren, dass so eine Flüchtlingshilfe gegründet da in der Gemeinde im Hackinghausen... Was war damals das Bild, wo du gesagt hast, da muss ich jetzt auf jeden Fall was machen?
00:06:28: Da muss ich helfen!
00:06:29: Tatsächlich wurde das A-Totel erst Aufnahmeeinrichtung und mein erster Eindruck war, in Flüchtlingshilfe gehe ich auf keinen Fall rein weil ich spreche kaum Englisch.
00:06:41: Ich bin auch gar nicht so weit aus meinem Heimatland rausgekommen und habe gedacht, ich bringe überhaupt nicht die Voraussetzungen mit.
00:06:49: Habe dann aber festgestellt, dass die wichtigste Voraussetzung in dieser Arbeit ist offen zu sein, gespannt zu sein was die Menschen mitbringen, was sie für Geschichten erzählen welche Gaben Sie haben und darum bin ich dann da mit Begeisterung eingestiegen
00:07:02: Und auf welcher Sprache haben die Menschen dir das erzählt?
00:07:05: Oh, befindet ganz schnell eine Sprache.
00:07:07: Sie mussten sich leider bei mir auf Deutsch einstellen aber dadurch dass wir Übersetzungen auch Menschen Brückenbauern haben die übersetzen ging es von Anfang an super gut und es gibt eben Sprachen die tatsächlich universal sind.
00:07:24: das ist eben Zuwendung das ist warme das ist gemeinsam Essen.
00:07:29: was ist einander in den Blick nehmen?
00:07:31: Das ist ne Sprache die wir ganz schnell gefunden haben.
00:07:34: Und wann, um das mal abzukürzen wurde daraus dein Hauptjob in der Krawatte?
00:07:38: Ja.
00:07:39: Wir haben die Krawattis seit Sommer zweitausendzwanzig und seitdem ist sie auch mein Hauptjob und meine große Leidenschaft und auch mein ehrenamtliches Engagement alles in einem.
00:07:51: Super Stefan Ehrenamt gute Stichwort!
00:07:53: Wann hast du Dorothe so das erste Mal überhaupt wahrgenommen?
00:07:57: Das war ganz zu Beginn der Krawatte.
00:07:59: Damals war ich nämlich noch beruflich bei der Stadt Wuppertal tätig, war unter anderem zuständig für die Unterbringung betreuend geflüchteter Menschen.
00:08:07: Deswegen habe ich damals diesen Ort berufsbedingt mit außer Taufe gehoben und da ist mir Dorotheus erste Mal aufgefallen und ihre tolle Art hat mir von Anfang an imponiert – die Energie, ja liebevolle Blick auf die Menschen, die Kreativität.
00:08:24: Und ja, so ist.
00:08:25: das war die erste Begegnung und ... Das ist für mich ein besonderer Ort geworden.
00:08:31: Ein Herzensort geworden.
00:08:33: Dann habe ich gesagt, wenn ich dann mal nach meiner Arbeit mich ehrenamtlich engagiere, dann ist es auf jeden Fall in der Krawatte.
00:08:40: Jetzt bin ich halt in einer ganz anderen Funktion dabei!
00:08:43: Und wie schnell war dir klar?
00:08:45: Wie krass!
00:08:46: Dorothee eigentlich IST in ihrer Arbeit...
00:08:49: Das hat ungefähr null Komma zwei Millisekunden gedauert, weil ich glaube die ganz besondere Gabe von Menschen dort zu erreichen.
00:08:56: Menschen zum Motivieren, Menschen Hoffnung zu geben.
00:09:00: Die spürt jeder und jede sofort.
00:09:02: Und insofern ist sie wirklich ein Wohlfahrtsverband auf zwei Beinen.
00:09:06: Jetzt
00:09:06: gibt es ja in Wuppertal viele mögliche Ehrenämter.
00:09:08: Warum hast du dich dann ausgerechnet für die Krawatte entschieden damals als noch Fliegenträger?
00:09:14: Ja, vielleicht wollte ich ein Kontrastprogramm machen vom Fliegenträger zum Krawattenehrenamtlichen.
00:09:21: Es gab mehrere Gründe.
00:09:22: Ich fange mal mit dem Unwichtigsten an.
00:09:24: die Krawatte ist in Hackinghausen.
00:09:25: Ich wohne in Hikinghausen und habe es also nicht so weit.
00:09:29: das zweite da wird dann schon viel wichtiger.
00:09:32: Da bündeln sich alle die Themen die mich im Herzen im Kopf bewegen nämlich Engagement für Menschen, Mitmenschen.
00:09:41: Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe und Religion.
00:09:45: Engagement im Quartier.
00:09:48: Bildungschancen für alle.
00:09:50: Bildung von Anfang an alles verbindet sich mit dem wofür ich brenne
00:09:55: Super, also das Grundgerüst der Krawatte haben wir jetzt ein bisschen erfasst.
00:09:58: Wir sprechen gleich noch mal darüber was sind das denn so viel für Projekte die er da macht damit uns ein bisschen genauer vorstellen können was da eigentlich passiert?
00:10:05: Hier ist der Elber-Talk hier ist Radio Puppertal.
00:10:07: hundert sieben vier und exklusiv für den Podcast gefragt.
00:10:10: Dorothee weißt du noch als du das erste Mal drin warst in dieser alten Krawattenfabrik Was war so dein erster Eindruck?
00:10:16: da
00:10:17: Boah viel Raum, viele Möglichkeiten und eine ganz besondere Atmosphäre.
00:10:22: Wie schnell hast du gesehen wieder heraus was werden könnte?
00:10:26: Das ist tatsächlich etwas das sowohl mich als auch unser ganzes Team auszeichnet.
00:10:32: wir sehen ganz schnell was möglich ist.
00:10:35: Also war das schon so Bild vorkopft, da stellen wir Tische hin und machen die Ecke.
00:10:39: Dann kamen auch wirklich so segensreiche Aspekte weil ja am Anfang überhaupt nichts drin.
00:10:44: aber dann hat eine andere pädagogische Wachstatt in Essen zugemacht Wir haben ganz viele Materialien bekommen.
00:10:50: Das Start war gemacht, wir hatten plötzlich ne Einrichtung.
00:10:54: also das war einfach ein Geschenk.
00:10:57: Und jetzt ist die Krawatte sehr gut gefüllt mit allem.
00:11:00: Wer hat sich eigentlich den Namen ausgedacht?
00:11:03: Das ist tatsächlich überhaupt nicht unser Verdienst, sondern von Christoph Oliveri dem Leiter des Stadtteiltreffs.
00:11:10: Wer hat tatsächlich die Krawatte als Übergangszeit gehabt?
00:11:15: Als das neue Stadtteiltreff gegründet wurde und schon da hieß es die Kravatte
00:11:19: Und da kann ich was ergänzen.
00:11:21: in meiner damaligen Berufstätigkeit war ja auch für die Jugendarbeit zuständig.
00:11:26: Und als dann das Stadtteilzentrum mit dem großen Angebot der Jugendarbeit dort hingegen.
00:11:32: Und dann wurde nach einem Namen gesucht und dann habe ich so spontan gesagt, Ich als Fliegenträger würde empfehlen das war eine alte Krawattenfabrik nenn es doch die Krawatte.
00:11:44: Super!
00:11:45: Jetzt wie seid ihr überhaupt auf diese Fabrik gekommen?
00:11:48: Es war zwingend notwendig das Stadtteilzentrum in Hackinghausen komplett neu zu bauen.
00:11:53: Das war absolut in den Jahren gekommen, fünfzig Jahre vorher als vorübergehender Behälfsbau errichtet Und es war klar, wir brauchen ein Ausweichdomizil.
00:12:04: Dann stand diese alte Krawattenfabrik zum Verkauf und dann ist die Idee entstanden, die kaufen wir.
00:12:11: Dort bringen wir das Jugendzentrum unter und wenn sie zurückziehen, dann schauen wir mal vielleicht können wir's ja später auch mal nutzen weil wir brauchen ja auch noch Kitas im Quartier.
00:12:23: Wir brauchen eine Schule im Quartier.
00:12:25: was man hat dass hat man
00:12:27: Und konntest du dann auch was regeln als Sozialdezernin damals, weil du noch im Rathaus warst und natürlich da alle Kontakte hattest?
00:12:33: Ja in der Zeit ist das ja alles entstanden.
00:12:36: Zunächst das Ausweichdomizil für den Stadtteigreff, dann die Krawatte.
00:12:41: So konnte ich dann in der anderen früheren Funktion so die ersten, na, johretär.
00:12:46: anderthalb Jahre würde ich sagen hauptberuflich begleiten und jetzt bin ich ehrenamtlich dabei geblieben.
00:12:51: Die Krawatte in Hackinghausen, heute unser Thema im Elbertalk.
00:12:55: Zurück ins Live-Interview!
00:12:57: Heute unser Thema die Krawattae in Hackinghausen – die Leiterin Dorothee Fannenbauer.
00:13:01: Wenn du morgens zu Hause losfährst, worauf freust Du Dich da?
00:13:06: So allererst freue ich mich auf das Team, weil tatsächlich dieses Team das Besondere der Krawathe ist.
00:13:11: Wir kommen rein und es ist ein Zusammenhalt zwischen den vielen, vielen Ehrenamtlichen sehr wenigen Hauptamtlichen, die was ganz Besonderes sind.
00:13:22: Tatsächlich muss ich sagen, ich bin nicht so der ganz frühe Aufsteher und ich freue mich auch weil die immer für mich gekocht haben oder was zu essen haben, weil ich koche nämlich nicht gerne.
00:13:32: Optimal!
00:13:33: Und wie sieht's ein normaler Tag aus bei dir?
00:13:36: Also das Besondere an der Krawatte ist, dass es eigentlich keine normalen Tage gibt.
00:13:41: Es gibt zwar normale Programmpunkte die sich wöchentlich auch wiederholen aber das Spannende ist, da jede Woche ihre eigenen Überraschungen, ihre eigenen Angebote, ihre eigene Begegnung hat und das macht die Arbeit so besonders spannend.
00:13:56: Wir haben gerade schon mal gesagt ihr habt so viele Projekte, die ihr macht Lass uns mal ein zwei durchgehen.
00:14:00: vielleicht.
00:14:00: zum Beispiel gibt es über euch einen Marionettentheater.
00:14:04: Ja, das ist schon tatsächlich im Jahr und zwanzig umgesetzt worden.
00:14:09: Dreißig Frauen mit Fluchthintergrund haben Marionetten gebaut – mit unserem professionellen Marionettenbauer – und haben mit diesen Marionetten ihre Fluchtgeschichten aber auch ihre Hoffnungsgeschichten erzählt.
00:14:22: Da gab es eine Aufführung und für uns in der Krawatte ist wichtig, dass Projekte niemals nur Einmalige Projekte sind, sondern auch eine Nachhaltigkeit haben.
00:14:31: Warum ist dieses Marionettenprojekt jetzt ein Demokratie-Projekt geworden?
00:14:36: Wir spielen Demokratiegeschichten für Kinder im Grundschulalter und kommen mit ihnen über spannende Themen wie Toleranz, Vielfalt, wie gehe ich mit Streit um ... Das mit Mayonetten gespielt.
00:14:49: Ein offenes Ende und dann sollen die Kinder überlegen, wie es weitergeht.
00:14:52: Streit auch ein wichtiges Stichwort.
00:14:53: sprechen wir später nochmal drüber.
00:14:55: bei so vielen verschiedenen Nationen, Hintergründen, Religionen bei euch das was immer friedlich bleibt.
00:14:59: anderes Projekt was ihr habt ist zum Beispiel der Krawattenchor.
00:15:02: den habe ich schon mal erlebt.
00:15:03: auf der Bühne bei Wuppertal hilft.
00:15:05: Der Krawattenchor ist tatsächlich auch eines meiner Herzensprojekte, obwohl ich total unmusikalisch bin.
00:15:12: Aber es ist ein Chor in dem Menschen ganz unterschiedlichste kulturelle Prägung zusammenkommen.
00:15:18: Da werden Lieder aus Afrika gesungen, arabische Lieder, ukrainische Lieder, deutsche Lieder... Auch die beiden Chorleiterinnen sind hier eben aufgrund von Flucht hinter Grund hergekommen und es sind alle dabei!
00:15:35: alle dabei in der Form, dass sie Musik als eine Sprache entdecken die tatsächlich verbindet.
00:15:42: Oder so ein Lieblingsprojekt in der Krawatte?
00:15:45: Ja mein momentanes Lieblungsprojekt ist entstanden aus dem Projekt Clowns gegen Einsamkeit.
00:15:51: Wir haben gesagt wir wollen in der krawatte nicht nur für uns bleiben.
00:15:55: wir wollen alte Menschen erreichen beispielsweise im Altenheim die überhaupt nicht in die Krawathe kommen können.
00:16:01: Wir haben ein Zirkusprojekt, Jugendliche üben Clowns nummern und führen die vor im Altenheim für Demenzkranke für Senioren mit Einschränkungen.
00:16:10: Dieses Projekt ist gewachsen.
00:16:12: jetzt.
00:16:12: Gehen unsere Lesekinder, die kaum lesen können, die üben kurze Texte und lesen die Demenzkranken vor.
00:16:19: Da kommt es auch überhaupt nicht drauf an ob sie mal hängen bleiben oder nicht.
00:16:22: Wir haben jetzt Mayonettenspielerinnen, die zu den Demenzkranken im Bett liegen gehen und die dort besuchen.
00:16:30: Das ist ein Projekt das einfach zeigt... dass es uns wichtig ist, nicht an einem Raum zu bleiben sondern mit Menschen im Quartier in Kontakt zu kommen.
00:16:39: Was
00:16:39: ich so verstehe, so Menschlichkeit ist das Oberthema irgendwie bei euch.
00:16:43: Stefan, ich glaube dein Lieblingsprojekt Stephan Kühn ist ehrenamtlicher Mitarbeiter einer Krawatte.
00:16:47: Dein Lieblungsprojekt kenne ich glaube ich das Musikfest am zwanzigsten Juni oder?
00:16:51: Na das Lieblinsprojekt würde ich nichts sagen aber es ist ein ganz ganz wichtiges Projekt weil da werden wir den gesamten Stadtteil zum Singen, zum Klingen und zum Swingen bringen.
00:17:01: Das haben wir im letzten Jahr das erste Mal gemacht, an sieben Orten alle so ein paar Hundert Meter auseinander entfernt.
00:17:07: Wie war
00:17:07: da die Stimmung?
00:17:08: Da was!
00:17:09: Grandios!
00:17:10: Mehrere Tausend Leute sind durch Hackinghausen gelaufen.
00:17:13: Alle hatten sie den Plan in der Hand, wann findet was wo statt?
00:17:16: Haben die alte Zollbrücke entdeckt?
00:17:18: Waren in der Kirchengemeinde?
00:17:20: Weren im Stadtteilzentrum haben die vielen unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern bejubelt also schon im letzten Jahr rund hundert Künstlerin und Künder überhundert Ehrenamter.
00:17:30: da war richtig etwas los und das schaffen wir am zwanzigsten Juni garantiert auch wieder.
00:17:34: Sprechen
00:17:34: wir später noch mal drüber was da genau passiert.
00:17:36: Musik gute Stichwort.
00:17:37: meine Gäste dürfen sich ja immer einen Song wünschen.
00:17:40: Stefan, bei dir ist es auf das was da noch kommt?
00:17:43: Lotto und Max Giesinger, erzähl ganz kurz!
00:17:45: Ich finde den Text so super nämlich die Freude auf dass was da kommt und die Hoffnung dass das auf was da kommen motivieren kann und dass man etwas bewegen kann, dass jeder und jede was hinbekommt.
00:17:57: genau das erlebe ich auch in der Kavatte.
00:18:13: Dorothe Van den Borre leitet die Krawatte und meine Gäste dürfen sich ja immer ein Song wünschen.
00:18:19: You raise me up, Dorothe sagst du warum?
00:18:22: Weil dieser Song in gewisser Weise für das steht was für mich die Kravatte ganz besonders macht.
00:18:28: ich glaube dass jeder Mensch egal wie alt er ist egal aus welchem kulturellen Hintergrund er kommt oder sie kommen dass jeder Mensch in Situationen eine Schulter braucht, eine Sicherheit braucht.
00:18:40: und das Besondere an der Krawatte ist, dass jeder Menschen nachdem er eine solche Erfahrung gemacht hat aber auch Schulter für andere sein kann.
00:18:48: Das aus Menschen die Unterstützung bekommen haben selbst unterstützende Werte.
00:18:54: ich glaube, dass das etwas ist was unsere Gesellschaft braucht.
00:18:57: ein großes Lied you raise me up jetzt von Westlife.
00:19:17: Zwischenfrage für den Podcast, Stefan.
00:19:19: Du bist ja nicht jeden Tag in der Krawatte!
00:19:21: Wenn du dahin kommst, wie nimmst du da die Stimmung wahr?
00:19:24: Ich nehme immer eine ganz warmherzige Stimmung war aber gleichzeitig auch eine, die voller Energie ist.
00:19:30: das ist immer quirlig lebendig und es ist immer ne Atmosphäre der Vielfalt.
00:19:36: also einfach ein tolles Gefühl wenn du rein kommst und wenn du da bist.
00:19:40: Wie erlebstest
00:19:40: du dem Menschen, die dahinkommen?
00:19:42: Das wichtigste Neugierig auf den anderen voller Wertschätzung für den anderen.
00:19:48: Und man kann sich in seiner Unterschiedlichkeit erstens gelten lassen und zweitens auch positiv wahrnehmen, das finde ich immer wieder eine faszinierende
00:19:57: Erfahrung.".
00:20:01: Ja, das ist tatsächlich ein bisschen ein Wehmutstropfen.
00:20:05: Wir bekommen zum einen Personalkosten über den Sozialdienst katholischer Frauen aber alle Projekte, alle Menschen die bei uns auf Übungsleiter oder auf Aufwandsentschädigung beschäftigt werden muss alles über Projektförderung laufen.
00:20:21: Das muss alles Über Anträge über Spenden laufen beispielsweise wo Patale hilft und dass ist auf der einen Seite toll, dass es uns gelingt.
00:20:31: Auf der anderen Seite gibt es natürlich einer solchen Arbeit nicht unbedingt die Stabilität, die wir uns wünschen
00:20:37: würden.".
00:20:37: Das heißt, Aufruf an euch spendet an die Krawatte?
00:20:41: Supertoll.
00:20:42: und zwar geht das nicht nur um Geld!
00:20:44: Wenn ihr wenn sie Lust haben kommen Sie einfach vorbei und werden Teil des Teams.
00:20:49: Zurück ins Live-Interview.
00:20:51: Stefan Kühn arbeitet da ehrenamtlich und du bist so brennt für dieses Musikfest, was im nächsten Stadt findet.
00:20:56: ne?
00:20:58: Was passiert da?
00:20:59: Wir haben insgesamt sieben Orte, an denen Musikerinnen und Musiker auftreten.
00:21:04: Ganz unterschiedliche Klänge!
00:21:05: Da sind ein Chantikor singt wir haben Kinderrudel singen, wir haben Köhre da, Dörter aus Hackinghausen wird aufteten genauso aber auch arabische Klänge, alivitische Klänge.
00:21:17: Und an diesen sieben Ochten wird von vierzehn bis siebzehn Uhr jede Menge Leben sein, jede Menge Musik sein Und dann ziehen alle, die möchten gemeinsam zum Gaskessel.
00:21:27: Dort wird ein ganz großes Abschlusskonzert sein.
00:21:30: Also für jeden und jede ist was dabei!
00:21:33: Und das Schöne, dass die Menschen laufen... Das ist die Erfahrung vom letzten Jahr von Standort zu Standort.
00:21:39: Da ist also richtig Leben!
00:21:41: Und viele Menschen, die in Hackinghausen wohnen entdecken ihren Stadtteil nochmal neu.
00:21:46: Manche, die von außerhalb kommen, entdeckt erstmalig Hackinghausen.
00:21:49: Also es ist auch für den Stadtteilen ein richtig belebendes Element.
00:21:52: Was heißt das für Hackinghäusen so einen Festival im Stadtteil?
00:21:56: Ja, erstens mal heißt es dass wir Nachbarinnen und Nachbarn eine wunderbare Zeit miteinander verbringen.
00:22:01: Das zweite ist aber auch das wir Menschen von auswärts in unseren Stadtteil holen und zeigen können was wir alles zu bieten haben.
00:22:08: denn da hat sich in den letzten Jahren ganz viel getan.
00:22:11: Wir sind eben viel mehr als nur die Hackinghauser Straße!
00:22:14: Wir haben Kulturorte, wir haben Sozialorte... ...wir haben in den Letzten Jahren jede Menge an neuen grünen Flächen bekommen.
00:22:21: Spielplätze wurden saniert weil es gab Programme der Stadtteilentwicklung.
00:22:26: All mit dem können wir auch ein bisschen angeben und sollten das auch tun, weil wir Wuppertalern neigen ja gerne mal zum Moppern und so ein bisschen.
00:22:36: und naja Töchste Lob ist da kannst du nicht meckern!
00:22:40: Und das wollen wir einfach ein bisschen durchbrechen indem wir einfach mal zeigen hier ist was los hier sind nette Menschen hier sind tolle Ecken.
00:22:47: bei
00:22:47: Musikfest worauf freust Du Dich besonders?
00:22:51: Ich glaube auf das große Finale.
00:22:53: Dort haben nämlich alle Künstlerinnen und Künstlern die ganz kleinen, aber auch die etwas älteren die Chance gemeinsam auf der Bühne zu stehen und dann direkt neben dem Gaskessel unserem Wahrzeichen ein ganz tolles Konzert auf die Beine zu stellen Und das wird ein bisschen Jam-Session.
00:23:09: Es wird aber auch lustig sein, weil Dörte und Alexander werden Teile ihrer Show zeigen.
00:23:14: Das wird ein echtes wunderbares Potpourri von tollen Sachen!
00:23:17: Und Doroty du willst dir das Musikfest ja bestimmt auch ansehen?
00:23:20: Was ist so dein Highlight
00:23:22: da?
00:23:22: Mein Highlight ist tatsächlich dass ganz jung und ganz alt damit dabei sind.
00:23:27: wir haben dieses Kinderrudelsingen für Kindergarten und Grundschulkinder.
00:23:32: die üben jetzt schon ihre Leder.
00:23:34: Wir haben aber genauso auch ein Rudelsing für Senioren und Senioren, die können auf dem Bayer Platz im Rollstuhl mit Rollator mitsingen.
00:23:42: Und damit wird klar Musik ist etwas was wirklich jedes Alter erreicht und wo jeder dabei is'.
00:23:49: So viele Nationen so viele unterschiedliche Menschen da immer in der Krawatte wie bleibt es da eigentlich immer friedlich?
00:23:55: oder ist das gar nicht immer so?
00:23:57: Darüber sprechen wir gleich noch hier im Elba Talk.
00:23:59: Hier ist Radio Wuppertal Und für den Podcast Zwischengefragt.
00:24:03: Dorothee, die Krawatte hat schon so viele Preise gewonnen!
00:24:07: Ich zähl mal welche auf NRW Ehrenamtspreis Agnes Neuhauspreis Elisabethpreis AOK gesunde Nachbarschaft Wuppertaler Heimatpreis DRK gesundes Gesicht.
00:24:15: Viele Preise kennt man gar nicht so aber sie sind ja in ihrer Art sehr bedeutend sehr wichtig.
00:24:20: wie macht ihr das?
00:24:21: Ja tatsächlich nehmen wir erstmal daran teil.
00:24:23: dass ist die wichtigste Voraussetzung und ich glaube dass die Projekte einfach Begeistern auch tatsächlich die, die Preise ausschreiben begeistern.
00:24:33: Wir haben jetzt einen ganz neuen Preis gewonnen.
00:24:35: wir können am neunten sechsten ins Bundeskanzleramt fahren und unsere Krawattur vorstellen weil wir bei Star Social auch mit gewonnen haben.
00:24:45: Richtig
00:24:45: gut wird der Kanzler da sein?
00:24:47: Ja er wird da sein und wird nicht nur uns sondern auch vierundzwanzig weitere Projekte empfangen.
00:24:54: Und was ist das für ein Gefühl wenn ihr hört ah jetzt mal wieder den Preis.
00:24:57: Also wir freuen uns über jeden Preis.
00:25:00: Tatsächlich waren wir viermal in Berlin und es war gerade auch für die Menschen, die die Projekte gemacht haben eine immense Wertschätzung.
00:25:08: also unsere Clowns gegen Einsamkeit die Jugendlichen haben mit der Bundesgesundheitsministerin gezaubert.
00:25:14: das ist etwas was eine solche Wertschätzungen sind.
00:25:16: alles ukrainische Kinder- und Jugendliche.
00:25:19: Schon allein das ist preis genug, aber dass wir noch ein bisschen Geld bekommen ist natürlich besonders schön.
00:25:24: Und dann gab es für dich ja als Person im vergangenen Jahr einen besonderen Preis den Wuppertaler.
00:25:29: Das ist so ein Taler von der Stadt Wuppertaal, die verdiente Menschen hier bei uns in der Stadt bekommen?
00:25:34: Wie hat sich das angefühlt?
00:25:36: Mir war es ganz wichtig zu sagen, dass ich diesen Preis für das ganze Team nehme.
00:25:40: Tatsächlich ist das was in der Krawatte passiert absolute Teamarbeit ist.
00:25:46: Geht überhaupt nicht, dass das eine Person nimmt.
00:25:49: Darum steht der Preis auch in der Krawatte und ist einfach ein Ausdruck dafür, dass wir miteinander unterwegs
00:25:55: sind.".
00:25:56: Wie groß ist eigentlich der Wuppertaler?
00:25:59: Nicht so ganz groß!
00:26:00: Wir haben andere Preise die wirken eher größer aber wir freuen uns trotzdem sehr darüber.
00:26:06: Und habt ihr da so eine Wall of Fame oder eine Vitrine?
00:26:09: oder was stehen die alle?
00:26:10: Ja, tatsächlich.
00:26:11: Wir haben ja zehn Preise, zweitausendfünfundzwanzig gewonnen und haben tatsächlich eine Vitrine gespendet bekommen damit wir alle Preise aufstellen können.
00:26:19: Wie viel Platz ist da noch in der Vitrine?
00:26:21: Das ist doch schon viel Platz aber es ist jetzt nochmal schwierig auch preispreise zu finden die wir noch nicht beantragt haben.
00:26:29: das ist vielleicht eher die Herausforderung.
00:26:30: Aber
00:26:30: wir drücken auf jeden Fall weiter die Daumen zurück ins Liveinterview Die Krawatte, so viele Nationen und so viele Religionen die sich da täglich treffen.
00:26:40: Warum ist das bei euch immer so friedlich?
00:26:42: Ich glaube es liegt zum einen an dem Ort.
00:26:45: Zum anderen liegt es daran dass wir ehrenamtlich super starke Brückenbauerinnen haben aus der Ukraine, aus Syrien
00:26:53: usw.,
00:26:55: die Menschen dort abholen können, die Gäste wo sie sind.
00:27:00: Das dritte Geheimnis ist das gemeinsame Essen.
00:27:02: Wir essen ständig zusammen und ich glaube, dass es tatsächlich ein Geheimniss des friedlichen Miteinanderlebens.
00:27:09: Wenn man an einem Tisch sitzt wenn man miteinander ist und wenn wir miteinander im Gespräch sind.
00:27:14: Oh, das könnte auch für viele Familien gelten.
00:27:17: oder erst einfach mal zusammen?
00:27:19: Stimmt!
00:27:22: Da haben wir doch viel Streitereien hier in der Lösung gefunden.
00:27:24: aber jetzt sagt man grad so... Wenn verschiedene Religionen aufeinander treffen, gibt es ja nicht mal Konflikte auch bei euch?
00:27:31: Also bei uns tatsächlich relativ selten.
00:27:34: Aber es kommt durchaus immer wieder vor dass Menschen zu uns kommen und sagen toll das das bei euch in der Krawatte so funktioniert.
00:27:41: unsere Realität ist eine ganz andere.
00:27:44: und dann erzählen sie von Radikalisierung schon bei Jugendlichen in welche Richtung auch immer.
00:27:50: Und darum haben wir gesagt, wir wollen den Geist der Krawatte rausbringen und haben ein Demokratiebus entwickelt mit dem wir an öffentliche Orte gehen.
00:27:59: Und Menschen genau dazu einladen was die Krawatt ausmacht miteinander ins Gespräch zu kommen.
00:28:04: Zu diesem Miteinander der unterschiedlichen Regionen will ich ein Beispiel erzählen was mich sehr fasziniert hat.
00:28:11: das muss Ende dreiundzwanzig gewesen sein da muslimisch geprägte Frauen Krippen gebastelt, Weihnachtskrippen und die haben sie ihren Freundinnen mit christlichem Glauben geschenkt.
00:28:22: Die waren so von den Socken dass sie sich überlegt haben im darauf folgenden Frühjahr wir laden unsere muslimischen Freunden zu einem gemeinsamen Fastenbrechen ein Und aus dieser faszinierende Begegnung ist ein Fasten brechen fürs gesamte Quartier entstanden wo im nächsten Jahr über dreihundert Menschen unterschiedliche Regionen beim Fasten Brechen zusammensaßen.
00:28:42: Es wurde ausgesprochen, eine Einladung zum Ostergottesdienst und auch ungefähr zwanzig Menschen muslimischen Glaubens waren in diesem Ostergottesdienst.
00:28:51: Nicht um zu konvertieren sondern um ihren Freundinnen und Freunden Respekt zu zollen und an den einen Gott zu dinken.
00:28:57: also das sind so die Beispiele, da muss man nichts vorgeben.
00:29:01: Das muss man nicht
00:29:01: organisieren.".
00:29:02: So lebt Krawatte aus sich selbst heraus!
00:29:04: Was für eine schöne Geschichte?
00:29:05: Wir brauchen mehr Krawatte in Deutschland oder so... Genau und ich sage dir, jeder kann zu uns kommen, kann damit machen wie ist das?
00:29:13: Ich sag mal wenn man in so einer bestehenden Gruppe reinkommt, ist man ja immer erst der Fremde.
00:29:17: Wie schwierig ist das denn da?
00:29:19: Das
00:29:19: ist tatsächlich bei uns ganz leicht und da sind wir auch an einem entscheidenden Punkt dass ein Erfolgsrezept für die Krawatta aber auch für andere Einrichtungen hier in Wuppertal ist.
00:29:29: Wir haben viele Ehrenamtliche, die reinkommen, die sich sofort wohlfühlen.
00:29:33: aber ehrenamt muss auch gepflegt werden.
00:29:36: es muss Orte geben an denen sich ehrenamtliche begegnen.
00:29:40: sie müssen aufgefangen werden Sie müssen Raum haben ihre Empfindungen, ihrer Erfolge aber auch ihre Misserfolge tatsächlich zu teilen und einfach einen Ort haben an dem sie gesehen werden.
00:29:52: Das ist glaube ich etwas.
00:29:54: darum braucht Ehrenamt auch Hauptamt was ganz ganz wichtig ist.
00:29:57: Und wenn das funktioniert sind die Ehren amklischen die Brückenbauerinnen um die Gäste willkommen zu heißen.
00:30:03: Dein Mann sagt über dich du bist die Frau mit den tausend Ideen ne?
00:30:06: Was ist denn die nächste Idee, die du da umsetzen willst?
00:30:10: Tatsächlich habe ich so eine Vision, einen Traum.
00:30:12: Das habe ich jetzt gerade der Miriam Schaft auch geschickt.
00:30:16: Ich würde gerne das junge Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund an der Stadtplanung teilnehmen, dass die, die relativ wenig Raum für Beteiligung haben noch mal ganz neu in den Blick genommen werden um ihre Visionen für ein lebbares Wuppertal der Zukunft mitzugestalten.
00:30:36: Also wenn das demnächst auftaucht, dann wirst du.
00:30:38: Die Dorothe hatte die Idee dazu.
00:30:40: Stefan so im Job als Sozialdezernent was hättest du gerne viel früher gewusst?
00:30:44: Was du jetzt in der Krawatte erfahren hast?
00:30:46: wir haben sehr oft über Selbstwirksamkeit gesprochen.
00:30:50: Wir haben sehr öfter interkulturelle und interregiöse Erfahrungen gesprochen Aber häufig haben wir nicht den Dreh gefunden dass mit Leben zu füllen.
00:31:00: Und da hilft der Geist, der Krawatte ungemein.
00:31:03: Deswegen du hast es eben gesagt dieser Geist der Kawatte, den brauchen wir in unserer Stadt, dem brauchen wir im unserem Land.
00:31:10: Den brauchen wir eigentlich auf der ganzen Welt.
00:31:12: Wenn's davon mehr gäbe dann wäre unsere Wirklichkeit eine bessere.
00:31:17: Dorothee Vandenbauer und Stefan Kühn.
00:31:18: Vielen vielen Dank, dass ihr Zeit hatte heute für uns!
00:31:21: Ihr könnt euch den Elba-Talk auch als Podcast später noch mal anhören mit vielen Bonusfragen, für die in der Live-Sendung keine Zeit mehr war.
00:31:28: Wir sprechen zum Beispiel darüber wie denn Name überhaupt entstanden ist und wie die Krawatte an die alte Krawattenfabrik gekommen ist.
00:31:35: Hier ist Radio Puppertal.
00:31:37: Und noch kurz für den Podcast Das war's mit dem Elba Talk.
00:31:41: Dorotte Wie war es?
00:31:42: Es hat total Spaß gemacht.
00:31:44: Du stellst gute Fragen, es macht Spaß sie zu beantworten.
00:31:47: Ah du
00:31:47: gibts auch sehr gute Antworten.
00:31:49: vielen Dank!
00:31:49: Wo geht's als nächstes für dich hin?
00:31:51: Tatsächlich haben wir heute Abend einen ganz spannenden Abend.
00:31:53: das werden sich muslimische und christliche Jugendliche treffen und miteinander über ihren Glauben ins Gespräch kommen.
00:32:00: Wir erwarten vierzig Jugendliche Und freuen uns darauf dass auf dieser Ebene auch ein Austausch möglich ist.
00:32:07: Und Stefan wie war für Dich der Elber Talk?
00:32:09: Ja ich bin immer furchtbar nervös bei so etwas und deswegen Das hat totalen Spaß gemacht.
00:32:16: Aber ich puste jetzt leider erst mal durch, wenn es geschafft ist und denke hoffentlich hast du nicht zu viel Blödsinn erzählt, dich nicht so oft verhasst wird.
00:32:23: Denke was hast du alles vergessen zu erzählen?
00:32:25: Also das ist für mich immer aufregend aber ich habe es geschafft.
00:32:28: Super!
00:32:29: Du hast anfangs erzählt du bist Rentner kommst direkt von zu Hause.
00:32:31: wo geht's denn jetzt nach dem Elbertalk hin?
00:32:34: Ja, das ist jetzt ein ziemliches Kontrastprogramm.
00:32:36: Es geht zwar zurück nach Hackinghausen aber ich bin dort mit einigen Menschen zusammen auf dem Friedhof Norrenberg.
00:32:43: Heute ist der achte Mai.
00:32:44: Das war der achten Mai, nineteen vierzig Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland, Ende der nationalsozialistischen Gewalttagschaft und an diesem Tag erinnern wir uns und dass an einem Orte da sind über hundert Zwangsarbeiterinnen und zwangsarbeiter aus Russland beerdigt.
00:33:03: Insofern gedenken wir der Opfer des Krieges, der Opfe des nationalsozialistischen Terrors.
00:33:11: Wobei es um mehr geht als Gedenken.
00:33:13: Es geht auch darum zu sagen, wir müssen Lernen lernen für heute und für morgen.
00:33:18: Wir müssen lernen dass unsere Demokratie verteidigt werden muss Und das ist leider gerade in unserem Land und weltweit extrem wichtig.
00:33:26: Insofern ist schon ein bisschen ein Bruch Aber ich sitze gleich auf dem Fahrrad vom Arrenberg nach Hackinghausen Kann mich ausstrampeln und in diesem ganz anderen Spirit ankommen
00:33:36: Sehr gut.
00:33:37: Ja, das ist wirklich ganz wichtig was du sagst also dass wir immer die Demokratie verteilen aber ich glaube da es macht auch die Krawatte einen sehr sehr guten Job weil wenn's irgendwo demokratisch ist dann da oder?
00:33:47: Ja das ist das eine dass es demokratisch zugeht das demokratische Wirksamkeit gespürt gelernt und geübt werden kann.
00:33:56: Aber mindestens genauso wichtig ist die Erkenntnis dass wir Menschen Gut miteinander umgehen und dass deswegen das menschliche Miteinander, das Fundament einer demokratischen Gesellschaft ist.
00:34:08: Das Hass, das Spaltung keine Antwort ist sondern nur das Miteinander.
00:34:13: auch dafür steht die Krawatte.
00:34:14: Damit finde ich so ganz ernst raus gehen.
00:34:16: würdest du den Elbertalk weiter empfehlen?
00:34:19: Jetzt muss ich ganz intensiv nachdenken und komme dann zu einem klaren, unmissverständlichen Absolut.
00:34:27: Vielen Dank Dorothee.
00:34:28: wie ist es bei dir?
00:34:29: Würdest du den Elbertalk weiter empfehlen?
00:34:31: Auf jeden Fall!
00:34:32: Vielen dank an euch beide dass ihr Zeit hattet.
00:34:34: Es war ein ganz wunderbares Gespräch.
00:34:36: wir haben viel erfahren über die Krawatte.
00:34:37: Ich fand das sehr spannend Und ich sag's nochmal was ich schon gesagt habe so Das Thema Menschlichkeit ist glaube ich da Ganz wichtig steht im Vordergrund und es ist wirklich schön das von euch zu hören.
00:34:45: vielen Dank.
00:34:46: Der Elbertalk ist eine Sendung von Radio Wuppertal, jeden Freitag um fünfzehn Uhr live aus unserem Sendestudio in der alten Elbarfabrik in Wupperteil-Elberfeld.
00:34:56: Wir wiederholen die Sendungen sonntags um zwölf Uhr und jeden Montag um achtzehn Ur.
00:35:01: Den kompletten Mitschnitt inklusive Bonusmaterial findet ihr in unserer Mediathek auf radiowuppertall.de Und als Podcast in jedem Podcastplayer.
00:35:10: Abonniert uns gerne, gebt uns fünf Sterne und aktiviert die Glocke damit ihr keine Folge verpasst!
Neuer Kommentar